Kierkegaard (Teil 1): Philosophie mit offenen Wunden

Shownotes

Endlich: Søren Kierkegaard! Peter und Manuel stellen ihn als Denker vor, bei dem Leben und Werk kaum voneinander zu trennen sind. Es geht um Todeserfahrungen, Verzweiflung, bürgerliche Fassaden – und die Frage, warum für Kierkegaard nur das Denken Gewicht hat, das durch die eigene Existenz hindurchgegangen ist.

Prägend ist für Kierkegaard eine Kindheit im Schatten von Strenge, Verlust und Tod, die Erfahrung tiefer innerer Zerrissenheit und ein Leben, das immer wieder an den Ordnungen seiner Zeit anstösst. Gerade daraus wächst bei Kierkegaard die Überzeugung, dass Wahrheit nicht in abstrakten Systemen liegt, sondern nur dort Gewicht bekommt, wo sie durch die eigene Existenz hindurchgegangen ist.

Die Folge zeigt, warum Kierkegaard den grossen Denkgebäuden seiner Zeit mit Misstrauen begegnet. Gegen Hegel, Schelling und auch Kant hält er fest, dass sich das Leben nicht widerspruchsfrei ordnen lässt. Menschen erfahren ihre Wirklichkeit nicht als logisches Ganzes, sondern als Zumutung, als Kontingenz, als Schuldzusammenhang, als Angst und als Suche nach Halt. Philosophie darf diese Erfahrung nicht glätten. Sie muss sich ihr aussetzen.

Dabei sprechen Manuel und Peter auch über Kierkegaards frühe Verlusterfahrungen, seine Distanz zur bürgerlichen Welt Kopenhagens, seine Enttäuschung über die grossen Denker seiner Zeit und über die aufgelöste Verlobung mit Regine Olsen, die für sein Werk eine Schlüsselfunktion bekommt. So entsteht das Bild eines Autors, der nicht bloss über Existenz nachdenkt, sondern sie literarisch und philosophisch durchleidet.

Eine Folge über einen Denker, der bis heute provoziert, weil er jede bequeme Trennung von Leben und Denken sprengt — und weil er darauf besteht, dass Erkenntnis nur dort beginnt, wo sie den Einzelnen wirklich angeht.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir sind mit dem Podcast Mindmaps vor kurzem in eine neue Reihe gestartet.

00:00:06: Peter und ich analysieren aktuelle Bücher, wir kritisieren sie, setzieren sie werten sie aus für unsere Gegenwart und mit einem besonders theologischen Interesse.

00:00:18: Wir haben aber versprochen dass wir unsere alte philosophiegeschichtliche Reihe nicht abbrechen lassen dieser philosophiegeschichtlichen Reihe und ich will die Gelegenheit wahrnehmen euch auf den zweiten.

00:00:36: Band der philosophiegeschichtlichen Einführung für Theologinnen und Theologen hinzuweisen, die Heinz-Peter Hempelmann aus dem Podcast Mindmaps oder auf der Grundlage seiner Folgen entwickelt hat.

00:00:51: Eine hervorragende Gelegenheit, die Inhalte dieses Podcasts zu vertiefen und noch einmal einzutauchen in die Wurzeln unseres Denken.

00:01:04: Sie also herzliche Einladung, das Buch zu besorgen.

00:01:07: Ich verlinke es in den Show-Nodes.

00:01:10: und jetzt viel Spaß mit dieser Folge von MindMaps!

00:01:31: Wir sind wieder da – herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von mindmaps.

00:01:36: Hallo Peter!

00:01:38: Hallo Manuel!

00:01:38: Ich habe das Vorrecht mit dir schon ... Es sind schon etwa vier Jahre, in denen wir regelmäßig den Podcast Mindmaps bespielen und durch die Philosophiegeschichte hindurch diskutieren, angefangen bei den Vorsokratikon.

00:01:56: Und dann durch die ganze Geschichte des westlichen Denkens mindestens Und wir sind so in der Neuzeit angekommen.

00:02:07: Ein

00:02:07: bisschen weiter?

00:02:08: Ein bisschen, genau!

00:02:09: Aber noch nicht ganz in der Gegenwart.

00:02:11: also es wartet noch einiges auf uns und manche von euch Zuhörenden haben sich schon Sorgen gemacht weil ich glaube etwa ein Jahr lang keine Folge mehr in dieser philosophiegeschichtlichen Reihe erschienen ist.

00:02:25: jetzt geht es wieder los Und gerade mit einem sehr, sehr spannenden Denker der dich auch einmal mehr fasziniert hat.

00:02:35: Du hast mir immer mal wieder geschrieben ach da ist so viel zu holen wir kriegen das nicht in eine Folge.

00:02:41: und ich habe gemerkt da hast du richtig angebissen Bevor du jetzt da ausführst, ich möchte kurz eine Hinführung oder mit deinem Gedanken einleiten.

00:02:54: Und zwar aus meinem Theologiestudium haben ja auch so ein bisschen schnell gleiche Philosophiegeschichte gehabt und Da wurde immer wieder empfohlen ein kleines Büchlein von Wilhelm Weisch-Edel mit dem Titel Die Philosophische Hintertreppe.

00:03:13: Und verschiedene Leute haben mir das empfohlene so als erster Einstieg in die wichtigsten Denker und Denkerinnen unserer Zeit oder der Vergangenheit, es ist Büchlein das ganz programmatisch jetzt nicht über den großen Haupteingang der Systeme, Begriffe, Schulstreitigkeiten.

00:03:36: Über solche Konzepte und Begriffen den Zugang sucht sondern quasi eben die Hintertreppe über Lebensgeschichten, über Eigenheiten der Personen selber, über Brüche im Leben der Denkerinnen und Denker Leidenschaften und auch Anekdoten erzählt usw.

00:04:02: Dahinter ist ja diese Intuition mit verbaut, Philosophie wird von Menschen gedacht, auch wenn es Systeme und Konzepte und Begriffe sind.

00:04:14: Es sind Systemekonzeptebegriffe vom Menschen die in bestimmten Zeiten gelebt haben, die Biografien mitbringen, Kränkungen, Hoffnungen... Krankheiten, religiöse Prägungen, politische Erfahrungen, Liebesgeschichten, Enttäuschungen, Entscheidungen getroffen haben und so weiter.

00:04:35: Und Wilhelm Weischedel versucht eben den Zugang zu verschiedenen Philosophinnen und Philosophen aufzuschließen über ihr Leben.

00:04:47: Das ist mir beim Lesen auch deines Skrips und deiner Vorbereitungen ist mir das so entgegengekommen oder in den Sinn gekommen, weil der Philosoph über den wir heute sprechen vielleicht diesen Zusammenhang diese Verschachtelung oder auch dieses untrennbare ineinander von Denken und Leben, von Theorie und Biografie stärker gemacht hat als kaum jemand anderes.

00:05:17: Und das war für ihn ein integraler Bestandteil seines Denkens oder sogar der Entdeckungszusammenhang von Philosophie überhaupt.

00:05:28: Ich wollte dir damit eigentlich auch den Ball zuspielen, mal einzuführen stimmigerweise in die Biografie dieses Denkers und dann auch zu zeigen, worin der Zusammenhang von von Philosophy Biografie oder Existenzerfahrung bei ihm spezifisch liegt.

00:05:51: Dass du einen sehr, sehr interessanten und relevanten Einstich jetzt gewählt, wenn man dieses Büchlein von Willem Weischädel liest was wir ja unseren Hörerinnen und Hörern nur und Sehren und Sehern empfehlen können Die philosophische Hintertreppe dann merkt man, dass dieser Zugang über die Biografie, über das Leben, über Das Erlebte, das Erfahrene mehr oder weniger aufschließende Wirkung hat.

00:06:21: Und im Einfall bei Kierkegaard funktioniert das ganz fantastisch und im anderen Fall wenn man jetzt an Immanuel Kant denkt, funktioniert es ausdrücklich weniger gut Und das hängt eben auch mit dem Denkansatz zusammen.

00:06:37: Also die Frage nach dem Verhältnis von Werk auf der einen Seite und Leben auf der anderen Seite ist ja schon selber wieder eine Schlüsselfrage von Philosophie.

00:06:47: Also

00:06:48: ich kann natürlich sagen, meine Existenz ist das Entscheidende und was nicht durch meine Existenz den Durchgegangen ist – das hat im Grunde auch keine Bedeutung, dass es schall und rauch ist – Wirklichkeitslehrer Theorie und das wäre eigentlich schon ziemlich genau der Ansatz von Gergiger.

00:07:06: Oder ich kann genau das entgegengesetzte Konzept verfolgen, wie wir es zum Beispiel bei Emanuel Kant im Detail ja nachpustabiert haben.

00:07:15: Kant er sagt Ich will die reine Vernunft!

00:07:17: Ich will Die gereinigte Vernunft, ich will die Vernunft die eben nicht durch individuelle existenzielle Erfahrungen usw.

00:07:26: und so weiter geprägt ist sondern die eben, die allgemeine Abstraktevernunft ist aus der ich dann im Grunde die Wahrheit für das Individuum regelrecht ableiten kann.

00:07:39: Ja normalologisch und Kirkegaard ist nun genau der Gegentyp übrigens ähnlich wie Haarmanns Kritik an Kante hat sich ganz ähnlich vollzogen mit dem Brümmensatz, den wir ja auch immer wieder zitiert haben.

00:07:55: Die Vernunft aus Königsberg.

00:07:57: Das heißt du hast im Grunde keine Ahnung, du bist aus diesem Ort kaum herausgekommen und das was du schwätzt hat ...

00:08:05: Ja!

00:08:05: Das lebt ja geradezu von der Illusion dass du dich von deiner Existenzwitznennnis befreien kannst.

00:08:11: Und Kirkegaard sagt genau das Gegenteil

00:08:14: bzw.,

00:08:15: nein er sagt es nicht nur erlebt es.

00:08:18: Wenn wir auf Kirkegau schauen dann Nehmen wir dort eine Interdependenz von Werk und Biografie, von Leben.

00:08:27: Und denken war wie wir das bei einem kaum einen anderen Denker in der arpenländischen Philosophie Geschichte sehen.

00:08:35: Jetzt im ostasiatischem Bereich wäre es hochinteressant sich das mal parallel anzuschauen.

00:08:40: aber das ist ja jetzt hier und heute nicht unser Thema.

00:08:44: Das was wir bei Kirkegaard sehen das ist gleichzeitig dann eben auch die Quintessenz seines philosophischen Denkens.

00:08:53: Also, die These wäre und das wäre zu bewähren an seinem Leben, dass das Leben Medium seiner Philosophie ist, dass sein Denken im Grunde aus seiner Biografie herauswächst dass nicht, ich benutze jetzt bewusst diesen modernen Ausdruck den er selber noch gar nicht benutzt hat.

00:09:20: Dass nicht existenziell zurückgebunden ist also ein Denken das nicht durch das eigene Leben durch die eigene Erfahrung gedeckt ist.

00:09:28: wir haben dafür heute den wunderbaren Begriff des Authentischen ja Das kannst du im Grunde in der Pfeife rauchen und das leuchtet auch jeder Mann ein.

00:09:36: darin ist ja auch ein Teil heutiger populärer Philosophiekartik in der säkularen Gesellschaft wie im Formenbereich letztendlich begründet, dass man sagt was sollen all diese Theorie.

00:09:48: Also um da nur kurz nachzuhaken es wäre für Kierkegaard wäre es gerade ein Erweis der Unbrauchbarkeit einer Philosophie wenn sie mit dem Leben und Erleben mit der Existenz und Erfahrung des Philosophen oder der Philosophin da nichts zu tun hat oder wenn sogar das programmatische Bemühen erkennbar ist, dass eigene Denken völlig unabhängig von der eigenen Existenz und Erfahrung zu entwickeln.

00:10:25: Also das wäre ja die Kritik – das ist mir auch sofort in den Sinn gekommen als du vorhin ausgeführt hast von Hamann -, dass er dem Kant eben gerade entgegenhält und sagt, Bei dir ist gerade, dass deine Philosophie eigentlich einen Universalanspruch hegt und Begriffe quasi für die ganze Menschheit festsetzen.

00:10:52: will oder Einteilungen der Wirklichkeit vornimmt und du selbst bist noch nicht einmal richtig aus deiner Stadt herausgekommen.

00:11:01: Also die Particularität seines Lebens, seiner Existenz wird quasi in seiner Philosophie programmatisch verleugnet – das wäre für Kierkegaard gerade ein Grund zu sagen eine solche Philosophies kann ich nicht ernst nehmen!

00:11:20: Also Stichwort Partikularität.

00:11:23: Das, was in der abendländischen Philosophie der Neuzeit stichwort Rationalismus gerade das Defizitäre ist, dass es ja nur ich bin, der so denkt und dass meine spezielle Lage ... Der Grund dafür ist, da sich in einer bestimmten Weise Ticke würden wir jetzt heute sagen.

00:11:42: Das wird von Kirgiger in den Mittelpunkt gestellt Also, dass ich das bisher eher zu vernachlässigen war.

00:11:51: Angefangen von Dekat, den wir ja auch im Detail auseinandergenommen haben, der zwar seine persönlichen Erfahrungen beschreibt aber ihn eben rational auf den Grund geht und will den Geist von den Sinnen abziehen, von der Erfahrung abziehen – auf das eigentliche Stoßen.

00:12:10: Kirkegaum ist darin der absolut moderne Denker, der Begründer, der Moderne?

00:12:17: In einer ähnlichen Parallelenweise, in einer ähnelchen Bedeutung wie Nietzsche.

00:12:22: Dass er das ich die Person, die Personalität, die Particularität von Menschen in den Mittelpunkt stellt und würdigt und sagt es ist absolut falsch wenn du daran vorbeigehst.

00:12:37: du musst davon ausgehen was soll dir denn ein Gedanke, ein System eine Wahrheit nutzen die dich nicht berührt, die mit deiner Existenz nichts zu tun hat.

00:12:48: Ein Beispiel wäre ja ... Wir wissen das Kirchige auch ein überzeugter Christ war und seine Kritik an den Gottesbeweisen lautet genau

00:12:56: so.".

00:12:56: Da hast du irgendwo einen abstrakten Gedanken?

00:12:58: Er kann vielleicht sogar richtig sein aber er hat doch gar nix.

00:13:02: bei einem Beweis ist doch etwas objektives.

00:13:04: Das bleibt mir äußerlich!

00:13:06: Das betrifft mich doch gar nicht.

00:13:07: Das hat gar nichts mit mir zu tun.

00:13:10: Letzte Nebenmerkung in dem Zusammenhang.

00:13:12: Darin trifft er sich mit Pascal, also dem anderen modernen Denker den wir allerdings ja schon zu Beginn der Neuzeit gefunden haben.

00:13:21: Pascal kann ihn ganz ähnlicherweise argumentieren sagen naja Also vielleicht berührt nicht das jetzt weiterer Sekunden weil ich das so toll finde dass ich die Extents Gottes beweisen kann, klar man auf kann ich es kann man so aber an sich hat das doch keine dauerhafte Bedeutung so sagt Pascal und Kirke auch.

00:13:37: vertief das im Grunde.

00:13:38: Also

00:13:39: es betrifft mich dann gar nicht.

00:13:41: Es ist eben mitnichten so, dass man zur Wahrheitserkenntnis oder zur philosophischen Erkenntnis quasi seine eigene Erfahrung abschälen muss um durchzudringen zum eigentlichen, sondern diese Erfahrung IST das Eigentliche?

00:13:59: Oder in dieser Erfahrung manifestiert sich das Eigentliche?

00:14:06: Richtig!

00:14:08: Orthodoxe, das Richtige ist nach Kirkegaar sogar das Falsche.

00:14:12: Es ist das Unwahre!

00:14:14: Weil etwas was nichts mit mir als dem Entscheidenden Das ja in der Welt sein heißt ich sitze jetzt hier Ich rede hier, ich bin im Kontakt mit dir und so weiter In eine Erkenntnis der Wahrheit die davon abstariert Abstariert von dem entscheidende Von allem was mich ausmacht.

00:14:37: Und das ist die zentrale Einsicht, der zentraler Ausgangspunkt von Kirkegaard.

00:14:42: An dieser Stelle können wir die Weichenstellung, die in seiner Philosophie passiert und die ihn zum Begründer der modernen Extenzphilosophie bis hin zu französischen Extenzialismus machen, können wir in ihrer Bedeutung gar nicht überschätzen.

00:14:57: Also hier passiert eine Weichenstellung, die ähnlich wichtig ist wie die von Descartes oder Kant.

00:15:07: fundamentale Würdigung der eigenen Erfahrung und des eigenen, der eigenen Existenz.

00:15:17: Und eine Überzeugung das in dieser Erfahrung, in dieser, in die, in der Reflexion dieser eigenen Existenz nicht eines abstrakten Existenzt Begriffs sondern quasi dass in diesen Erfahrungen sich wie kann man das sagen?

00:15:34: Sich Wahrerkenntnis einstellt oder?

00:15:38: Ja, es kann keine wahre Erkenntnis geben.

00:15:41: Die nicht durch meine Erfahrung, durch meine, ich sag's modern, existenzielle Erfahrungen hindurchgegangen

00:15:49: ist.

00:15:51: Das ist das Entscheidende und damit haben wir natürlich einen Denker vor uns der in einem unglaublichen Mut vergleichbar nur mit Friedrich Nietzsche sagt die diese ganze ich gebrauche einen klassischen Begriff, diese ganze Metaphysik die darum spekuliert sich dann natürlich auch noch in Widersprüche verliert und so weiter.

00:16:13: Das kannst du doch alles im Prinzip in der Pfeife rauchen wenn es um die Frage geht wie bewältige ich meine persönliche Existenz?

00:16:23: Und das bedeutet aber hier wird erstmalig Mit Einschränkungen im Blick auf Sokates oder der Waffir-Kirche war ziemlich wichtig.

00:16:34: Hier wird erstmalig das Individuum als eine philosophische Größe ernst genommen, ja?

00:16:41: Also Sokrates kann ja mindestens mit seiner so kratischen Methode dann eben bedenken an den Marktplatz und wo er den General analysiert und ins Gespräch zieht und den Soldaten usw.

00:16:54: Da wird schon auch existenziell argumentiert.

00:16:58: Aber Socrates versucht ja dann auch immer wieder noch dahinter zu kommen, so den eigentlichen Dingen.

00:17:03: Und das ist bei Kirkegaard nochmal radikaler.

00:17:05: es gibt keine Wahrheit die nicht selber auch erfahren worden ist von mir und gegebenfalls mal entgegenüber.

00:17:16: Ja also Das Einstiegsbeispiel nochmal aufzunehmen Die philosophische Hintertreppe von Wilhelm Weischedl Man könnte sagen möglicherweise der konsequenteste autobiografische Denker in der Philosophiegeschichte und zwar nicht nur im Sinne, dass er zugestehen würde.

00:17:39: Ja meine Biographie hat auch mein Denken beeinflusst das er sagen würde ja auch meine philosophischen Überzeugungen sind irgendwie unhintergebar biografisch grundiert so quasi als wie es als sähneknirschenes Zugeständnis, ich komme halt hinter meine eigene Geschichte nicht zurück sondern in dieser Geschichte, in dieser existenziellen Erfahrung.

00:18:08: Das ist erst der Entdeckungszusammenhang Für philosophische Erkenntnis anders geht es gar nicht.

00:18:16: Wer's anders versucht, landet bei abstrakten metaphysischen Systemen die mich nicht angehen und berühren, die mir nicht nahe gehen... Du hast das vorher sogar noch mehr zugespitzt, sondern in seinem Sinne sind sie sogar falsch.

00:18:38: Ja, Sie können theoretisch nach irgendeiner Logik stimmen.

00:18:42: Also Hegel ist wahrscheinlich der bedeutendste Kritiker von ... Gehrgeger?

00:18:48: Gehrgiger

00:18:49: ist der bedeutsende Kritiker wahrscheinlich von Hegel gewesen.

00:18:53: Man kann natürlich die Marxistische Religionskritik an Hegel auch noch sehr ernst nehmen.

00:18:59: Sie setzt halt ganz anders an weil sie sagt man muss den Marx im Grunde vom Kopf auf die Füße stellen und so.

00:19:05: aber Was jetzt die philosophische Qualität angeht, haben wir bei Kierkeger einen Ansatz der einfach radikal ist und jedenfalls mich persönlich eben auch an dieser Stelle überzeugt.

00:19:17: Wenn du eben formuliert hast ja... Es ist bei Kierkegaun nicht nur das Zugeständnis, ich bin beeinflusst.

00:19:25: Ich lebe halt jetzt hier und heute und das ist der Kontext

00:19:28: usw.,

00:19:29: Das ist ja immer noch ein rationalistisches Denken.

00:19:32: Also da gibt es dann eine Schale die muss sich eben dann weil ich beeinflußt bin abschälen.

00:19:37: Und dann komme ich zum eigentlichen zu der eigentliche Wahrheit.

00:19:41: Das begegnet einem wie an deutschen Idealismus von Kant über Fichte bis hin zu Schelling und natürlich vor allen Dingen bei Hegel.

00:19:50: Das unterläuft Kirkegaard, indem er sagt alles was ich denke muss durch meine Existenz hindurch.

00:19:59: Es muss quasi aus meiner Existenzherauswachsen und das führt dann auch zu einem angemessenen Blick auf Kirkegotsphilosophie.

00:20:10: also eigentlich schon diese Rede von Kierkegaards Denken Kirkegartsphilosofie eigentlich absolut falsch weil sie ein Denkmodus bedeutet, den er ja gerade abgelehnt hat.

00:20:21: Also wenn ich jetzt hingehe und mache ein Skript und sage so denn Kierkegaard wäre das eigentlich falsch?

00:20:27: Weil Kierkiger grade nicht will dass wir so ein abstraktes Wissen abstrahieren um dass wir dann jemand weitergeben können und jetzt auch unseren Hörern und Hörer denen die zu uns zuschauen und sagen jetzt übernimm das mal denke so Das wollte er

00:20:44: nicht.

00:20:46: Ja er überzeugt war.

00:20:49: nicht die Distanz zu den Dingen, nicht die Distanz zum Erkenntnisobjekt ermöglicht.

00:20:56: Die Erkenntnisse der Wahrheit sondern im Gegenteil erst wenn es mich betrifft erst wenn ich darin quasi existenziell verwickelt bin dann stellt sich Erkenntniss ein.

00:21:08: Deshalb wäre es ein Stück weit eine würde man Kierkegaard Gewalt antun von seiner Philosophie als einem alternativen System sprechen

00:21:24: würde.

00:21:24: Übrigens eine echte Parallel zu Nietzsche, wie erinnert an den tollen Menschen?

00:21:28: Ja!

00:21:30: Nietzche schildert was er denkt aber er tut... Er schreibt keinen Traktat, er schreibt kein Aufsatz, er bildet kein System sondern erzählt eine Geschichte von einem tollen Menschen.

00:21:46: Das heißt, wir haben das damals im Detail auseinandergenommen.

00:21:50: Eine dreifache Relativierung dessen was er uns in diesem Essay letzten Endes vorstellt.

00:21:57: Er will eben gerade nicht im Vorstellenden Modus übernommen werden wo ich sage ah das Nietzsche Philosophie.

00:22:03: jetzt werde ich Nietzche Jünger und jetzt bete ich das mehr oder weniger nach oder ich rezipiere dass Wir haben übrigens... Ich weiß nicht ob du da jetzt schon drüber sprechen möchtest?

00:22:12: Das hat bei Kirke auch zu einer speziellen Form der Kommunikation mit dem Publikum geführt.

00:22:18: Also ein Konzept einer indirekten Kommunikation, das dann auch seine philosophischen Werke letzten Endes recht kennzeichnet.

00:22:26: Ja?

00:22:28: Ich überlege mir jetzt...

00:22:28: Können wir später machen!

00:22:29: Vielleicht kommen wir darauf zurück nach denen du ein paar ... weil was jetzt ja spannend wäre, ein bisschen Einblick in sein Leben eben, in seine Biografie, Existenz zu erhalten und zu sehen, durch welche Geschichte und durch welche Erfahrungen Kierkegaard auch seine entscheidenden Impulse gewinnt, um dann auf diese indirekte Kommunikation zurückzukommen.

00:23:06: Ja ja das ist natürlich jetzt eine Herausforderung auf der einen Seite die entscheidenden Lebensdaten kurz zu sagen und dann eben auch schon zu sagen wie hat dieses Leben sein Denken bestimmt?

00:23:17: Ich versuch mal ein paar Sachen zusammen.

00:23:19: also die groben Daten wären eben Zweiundvierzig Jahre später eben dort auch gestorben.

00:23:30: Nicht alt geworden, zweiundvierzig Jahre geboren als Jüngstes von sieben Geschwistern und von der zweiten Frau seines Vaters.

00:23:39: ein pietistisch ... streng-piatistisch geprägtes Elternhaus.

00:23:44: Die Mutter hat so rot wie keine Rolle gespielt.

00:23:46: Der Vater hat nach dem Tod der ersten Frau seinen Hausmarkt geheilwartet.

00:23:49: Das war bequem und gut.

00:23:52: Sie ist dann aber auch zwei Jahre vor dem Vater noch Verstorben, Kirkegaard.

00:23:59: Vielleicht kann man das sogar in ersten Einschnitte machen?

00:24:02: Also was die Gliederung dieses kurzen Lebens angeht, kann man eigentlich einen jungen Kirkegau und einen späteren älteren Kirkeger unterscheiden.

00:24:13: Der Junge ist dann etwa von eighteenhundertzehn bis achtzundhörtvierzig bis zu dem zentralen Einschnitt seiner Verlobung mit Regine Olsson.

00:24:23: Also das müssen sich alle, die sich mit Kirchengau beschäftigen merken.

00:24:27: Das ist eigentlich der entscheidende Einschnitt in seiner Biografie.

00:24:32: nachdem er diese Verlobung aufgelöst hat ich sage dazu natürlich noch was geht er nach Berlin für einen mehrmonatigen Aufenthalt?

00:24:41: Er hat von Schelling gehört und er will Schelling unbedingt kennenlernen.

00:24:46: Und die Begegnung mit Schelling ist dann eine der größten Enttäuschungsgeschichten in der Philosophie überhaupt, dann schreibt er zurück.

00:24:54: also dem Nachhegel.

00:24:56: auf dem Leerstuhl von Hegel sitzenden Nachfolger Schelling begegnet, er hört seine Vorlesungen und ist abkontiv enttäuscht und schreibt an Freunde von diesem unseligen Geschwätz das was der Schelling da produziert.

00:25:11: dazu erstes aber geistert dann hörte ihm zu.

00:25:14: und vielleicht kommen wir nachher noch zu dieser Kritik, diese Enttäuschungserfahrung spielt eine entscheidende Rolle.

00:25:22: Nach einem tiefen biografischen Einschnitt sucht er philosophischen Halt.

00:25:30: Geht es zu dem Lehrer von dem er alles erwartet?

00:25:33: Und sagt der Schelling beansprucht?

00:25:37: Baut große Theorien aber er liefert nicht!

00:25:40: Das, worauf ich bei ihm treffe ist im Gunde nur Wortgeklingel.

00:25:46: Leeresgeschwetz!

00:25:47: Ich stoße nicht auf Wirklichkeit sondern auf

00:25:51: Begriffe.".

00:25:53: Ja?

00:25:53: Das ist seine zentrale Kritik.

00:25:55: übrigens dann in einer ähnlichen natürlich viel differenzierteren Weise auch bei Hegel.

00:26:01: also das...das is einer der Gründe dafür weshalb er darauf insistiert dass denken eben auch persönliche Relevanz haben muss.

00:26:08: Aber jetzt vielleicht noch mal zu dem Elternhaus, du unterbrichst mich wenn es so lang wird.

00:26:12: Alles Gute!

00:26:14: Das Jüngste von sieben Geschwistern.

00:26:17: mit zwanzig Jahren sind fünf von diesen Geschwisters gestorben.

00:26:23: Fünf?

00:26:24: Er erlebt den Tod von fünf älteren Geschwistern.

00:26:28: Es ist ein dunkles Elternhaus.

00:26:30: Ist gekennzeichnet durch Strenge, durch Buß Ernst Und er kann einmal schreiben, ich habe mir das Zitat rausgeschrieben.

00:26:38: Er kann deutlich machen wie dunkel letzten Endes diese ganze Situation war.

00:26:45: Er sagte in dieser Moment, dieser Höhle, in der ich groß geworden bin, hab' ich die Freude verlernt und ich hab' das Lachen verlern', sagt er vor allen Dingen.

00:27:01: Und dann passiert es ihm und dann kann er diese Erfahrung aufgreifen und sagen, ich habe's verlernt.

00:27:09: Als Erwachsener, als ich groß geworden bin, da hab' ich's neu gelernt.

00:27:14: Aber das lachen jetzt in einer für Kirchegaard spezifischen Weise ironisch verstanden – er sagt alles was mir begegnet ist!

00:27:23: Über alles, was mir begegnet ist, kann ich eigentlich nur noch lachen.

00:27:28: Weil nichts Bestand hat.

00:27:30: und da spielen natürlich diese Fragen nach dem Tod, nach dem Leiden, nach den Sinn eines Lebens ... Man muss sich das vorstellen, fünf Kinder.

00:27:39: Ich erlebe wie fünf Kinder jämmerlich ja auch sterben.

00:27:42: also die Frage nach dem Tot und nach dem Sinn des Lebens hat Kierkegaard ein Leben lang nicht losgelassen.

00:27:48: gleichzeitig wird der in die Mitte einer wohlhabenden Kopenhagener Gesellschaft hineingeboren, die davon lebt von den typisch bürgerlichen Werten.

00:27:58: Also Ansehen, Anerkennung, Arbeit, Fleiß, Familie und ich gebe dem Leben Bedeutung durch das was ich tue und durch mein gesellschaftlndes Status.

00:28:10: Und er merkt sehr früh stichwortlich habe dass lachen verlernt.

00:28:15: Das alles sind doch keine wert- und orientierungen die wirklich Bestand haben, wenn ich so tiefe Erfahrungen mache und diese Erfahrung hat er eben sehr viel machen müssen.

00:28:25: Also das wäre jetzt mal ein erstes fettes Beispiel dafür wie eine biografische Erfahrung dazu führt dass ja auch mit bestimmten bürgerlichen Orientierung auch mit der Haltung der Staatskirche aufs Innerste verbunden ist mit dieser bürgerlichen, wohlhabenden, wohlanständigen Gesellschaft überhaupt nichts anfangen kann und sagen kann wo bleibt da eigentlich die Radikalität des Bergpredigers oder

00:28:54: so.

00:28:55: Man könnte sagen grad.

00:28:57: diese Erfahrungen des tragischen und dieses Eingang für das Todes auch in sein Leben hat dazu geführt dass dann das zweite Lachen zu dem er gefunden hat eigentlich vielleicht könnte man sogar sagen, ein zynisches Lachen war oder zumindest ein verzweifeltes Lachen.

00:29:20: dass nichts mehr ernst nehmen konnte.

00:29:23: Also man lacht über Dinge, weil man sagt ich kann diese ganze bürgerliche Gesellschaft, diese aristokratische Hackordnung auch dieses kirchliche Würde gehabt haben und so... Ich kann das alles nicht mehr ernstnehmen!

00:29:36: Ich kann da nur noch drüber lachen.

00:29:38: Ich habe das

00:29:39: Zitat gefunden, dass sich ebenso verzweifelt gesucht hat?

00:29:42: Ja gerne Als ich sehr jung war, dann meinte jetzt das Elternhaus mit Das ist der frühe Kirkegaard Da verlernte ich in dieser Höhle das Lachen.

00:29:54: Als sich dann die Augen aufschlug und die Wirklichkeit betrachtete Wahrnehmung, Phänomene wahrnehmen, da fing ich an zu lachen und habe seit dieser Zeit hiermit nicht

00:30:04: aufgehört.".

00:30:05: Und jetzt kommt das, was du auch beschrieben hast.

00:30:07: Ich habe gesehen dass die Bedeutung des Lebens ironisch darin besteht ein Broterwerb zu bekommen dass das höchste Ziel darin besteht, Justizrat zu werden.

00:30:20: Dass das heiße Verlangen der Liebe darauf hinausgeht eine gute Partie zu machen.

00:30:26: Dass der stetige Genuss der Freundschaft so viel heißt wie als einander in Geldverlegenheiten auszuhelfen.

00:30:33: Dass die Weisheit nichts weiter ist.

00:30:36: also was eben die meisten dafür gelten lassen Das Begeisterung soviel heisst wie eine Standrede zu halten Dass der Mut sich darin bewährt, ist darauf zu wagen, dass man eine Geldstrafe von zehn ... Zu einer Geldstrafen von zehn Talern verurteilt wird.

00:30:52: Und das nach Herzlichkeit bedeutet, nach einem Dinner zu sagen, zueinander wohlbekommst gesegnete Mahlzeit.

00:31:00: Also da spürt man dieses ätzende, diese abgrundtiefe Enttäuschung.

00:31:05: Dieses Suchen, dass in diesen bürgerlichen Lebensform nicht zur Ruhe kommt, kein

00:31:11: Halt findet?

00:31:13: Ja, dieses... das was ihn schon fast dann

00:31:18: abstößt

00:31:20: oder ihn komplett.

00:31:22: leer und unbefriedigt zurücklässt.

00:31:25: So diese Mittelmäßigkeit oder dieses... Das sind ja alle Beispiele, die irgendwie im ersten Satz teil die Erwartung einer Aufgipfelung von etwas aufregendem, von etwas Wecken das einem so richtig aus der Reserve lockt.

00:31:45: Und dann kommen solche eigentlich solche gezähnten, harmlosen bürgerlich eingemitteten Erfahrungen und da kommt er zur Überzeugung, das bringt doch alles nichts.

00:32:02: Und das hilft aber dann um den Bogen zurückzuschlagen zu den Erfahrungen des Tragischen die du erwähnt hast.

00:32:10: Das hilft dann aber auch irgendwie nicht Trost oder Halt oder Hoffnung oder so zu finden.

00:32:15: Es ist irgendwie

00:32:16: alles zu kurz gesprungen.

00:32:19: Also das, was ich zitiert habe kommt aus entweder oder.

00:32:21: Das ist seine erste große denkerische Schrift und da konzentriert er das letzten Endes.

00:32:28: Ich kann jetzt biografisch noch mal eine Ebene weitergehen.

00:32:31: der Vater mit seinem jüngsten Sohn besondere Aufmerksamkeit und hat einen Wunsch dass der Sohn eben auch etabliert ist, dass Erfahrer wird.

00:32:41: Und der junge Sören lässt sich dann auch darauf ein und beginnt mit dem Theologiestudium trifft dort auf orthodoxe Theologen und rationalistische Theologin, und spürt sehr schnell auch.

00:32:57: Die bieten nicht die Nahrung, die ich brauche angesichts dieser existenziellen Herausforderungen von denen ich herkomme.

00:33:05: Und er bricht dann dieses Theologie-Studium ab.

00:33:07: Man findet ihn als Stammgast in Kopenhagener Café Häusern erlebt als Dendi.

00:33:15: Der gibt weit mehr aus als der Vater, der sehr wohlhabend ist ihm als monatlichen Salär zur Verfügung stellt.

00:33:23: Er verschuldet sich wer weiß wie und der Vater muss seine Schulden bezahlen.

00:33:27: die beiden entfremden sich total voneinander der pietistische Vater Und der junge Dendi der im Grunde der Lebemann der der Total ausgebrochen ist.

00:33:37: dann stirbt der Vater und Es kommt zu einer Lebenswende und der junge Mann merkt Das bringt's ja auch nicht.

00:33:47: Übrigens, wenn ich wieder eine Parallel ziehen darf, anything Pascal.

00:33:51: Bei Pascal passiert genau das auch.

00:33:53: Bläs Pascal.

00:33:55: Und Pascal kommt zu einer Bekehrung und ... Ich würde jetzt bei Kirgiger nicht von einer Beklärung sprechen, aber von einer Umkehr im Leben stillen.

00:34:03: Er sagt sich, wenn das der größte Wunsch des gerade verstorbenen Vaters war, dann überlege ich, ob ich nicht doch noch Fahrer werde?

00:34:11: Dann schließt er seinen Theologiestudium ab promoviert sogar und dann kommt diese, also das ist eine erste Hinkehr zu einer ernsthafteren Existenz.

00:34:23: Und dann lernt er diese junge Frau aus der Mitte der angesehenen Kopenhagener Gesellschaft kennen die Regine Olsen.

00:34:30: ich weiß nicht bald also sieben oder acht Jahre jünger als er, siebzehn-achzehnjährig in jeder Hinsicht attraktive Frau und Partie.

00:34:42: Und nach einem Jahr und nach heftigsten Anfechtungen, Reflexionen, inneren Bewegung macht er sich von ihr los.

00:34:53: Kein Mensch versteht das!

00:34:56: Es gibt eine spätere literarische Reflexion darauf.

00:34:59: Von daher wissen wir ungefähr was da passiert ist.

00:35:02: Aber Kirkegaard, dieser hochsensible junge Mann der mit dem Leben hinten und vorne nicht zurecht kommt, die ihn präsentiert werden merkt Das ist zwar eine gute Partie, aber was mute ich dieser meiner Regine zu?

00:35:18: Wenn ich ihr es zumute an meiner Seite zu leben.

00:35:22: Ihr merkt ja schon wie er im Grunde ausbüxt, wie er mit dieser Kirche nicht zurückkommt und wie er sich an dieser Gesellschaft an allen Ecken und Enten stößt und der sagt wenn die an meiner seite bleibt das wird für sie ein schlimmes Leben.

00:35:35: das kann ich eigentlich gar nicht verantworten.

00:35:37: so

00:35:38: Und er sagt, dass mit einem späteren Begriff von ihm diese ästhetische Existenzweise dieses jungen Frollines – das ist eine Sache.

00:35:46: Aber ich bin wieder ein Begriff vom Später genommen.

00:35:51: Ich lebe doch eigentlich in einer ethischen Verantwortungsexistenz und ich kann dir das nicht zumuten.

00:35:58: was macht der jetzt?

00:35:59: Er findet einen Grund um diese Verlobung lösen zu können deren Auflösung sonst jemand verstanden hätte.

00:36:07: Ja, also warum lasse ich eine solche Frau ziehen?

00:36:09: Ich habe ja eigentlich nur Vorteile davon.

00:36:12: und der sagt sich kann es eigentlich nicht verantworten und sagt ihr habt dich nicht mehr lieb.

00:36:15: so das ist ja der einzig plausible Grund weshalb man vielleicht eine Verlobung lösen kann wobei bei diesen konventionellen E-Schließungen dass er dann auch nochmal andere Gründungsstrukturen gibt.

00:36:26: Und das macht er dann.

00:36:29: Und nachdem er also mit entweder oder eigentlich in der Kopenmark einer Gesellschaft ein Riesenstar war, kippt das Ganze jetzt immer mehr um und man denkt was ist denn das für einen komischen Heinei letztendlich.

00:36:41: Aber das führt zu der Wahrnehmung – dieses Ästhetische bringt es nicht, dieses Aufgehen in der Gesellschaft hat da vorher schon gewusst Aber auch die ethische Orientierung ist ja problematisch.

00:36:55: Ich werde ja in jedem Falle schuldig, egal was ich mache wenn ich an dieser Beziehung festhalte, werde ich schuldigt weil ich einen anderen Menschen für ihn eine unhaltbare Situation hineinbringen.

00:37:08: Wenn ich diese Verlobung löse dann mach' ich den andern auch unglücklich.

00:37:13: Ja das heißt ich bin in einer Situation aus der es im Grunde keinen Entritten gibt in einer sinnlosen Situation.

00:37:22: Und das, um nochmal ganz zu dem Anfang zurückgekommen, diese absolut authentische existenzielle Erfahrung die er durchgelitten hat bis zur Neige führt dann eben zu dieser entweder oder manifesten und veröffentlichten Erfahrung des Lebens.

00:37:39: sinnlos.

00:37:39: Es gibt kein Konzept mit dem wir letzten Endes aus diesen ganzen Ambivalenzen herausholen könnten.

00:37:46: nur zwei Beispiele

00:37:48: Es erinnert, ein bisschen ans Predigerbuch.

00:37:51: Also ans britische Predigerbuch wo auch ein Mensch mit allen möglichen Primilegien gesegnet eigentlich im Blick oder im Rückblick auf sein Leben sagt irgendwie das bringt doch alles nicht und der geht ja da auch alles Mögliche durch von Reichtümern über die Liebe usw.

00:38:12: Und kommt zum Schluss irgendwie ist es alles wie heißt es einen Nachwind?

00:38:18: sinnlos leer.

00:38:22: Vergänglich, aber um das noch kurz einzuholen Kirkegaard du hast schon angedeutet er hat mit entweder oder eine sehr bedeutende Schrift vorgelegt, die auch Verbreitung gefunden hat.

00:38:36: Also es ist quasi nicht erst Postum dann entdeckt worden als Literat sondern zu Lebzeiten wurden seine Bücher gelesen und Regen auch verkauft und er hat schon eine Zeit der großen literarischen Produktivität gehabt also so ein paar Jahre vor seiner, vor der Auflösung seiner Verlobung glaube ich hatte das dieses Entweder oder geschrieben,

00:39:03: das

00:39:03: war danach.

00:39:05: Und dann hat er aber so wie lange?

00:39:08: In

00:39:09: zehn Jahren hat der Zweiundzwanzig Bücher geschrieben und dem Allermeisten mit mehreren hundert oder vielen Hundertseiten also eine literarische Explosion nach der Auflösung dieser... Also ich komme noch mal auf einen Satz von dir zurück.

00:39:27: Er entwickelt keine Existenzphilosophie Sondern, also das wäre genau wieder das falsche Denken.

00:39:33: Ja er wird... sondern man kann eben an diesem Leben erkennen wie bestimmte Einsichten aus der Existenz heraus erwachsen.

00:39:42: ja dass deshalb habe ich das eben so intensiv versucht zu schildern.

00:39:47: Also die Verlobung wird aufgelöst, er geht nach Berlin und das Ganze auch zu kompensieren auf andere Gedanken zu kommen ist ja absolut nachvollziehbar.

00:39:55: Und dann lernt er den Schelling kennen, ist von ihm abkontiv enttäuscht.

00:39:59: also das bringt es jetzt letztendlich auch nicht.

00:40:01: und dann kommt er zurück und dann verarbeitet er diese Erfahrung die er gemacht hat in einer explosionsartigen literarischen Tätigkeit ich sagte es eben schon wo er also innerhalb von zehn Jahren bis zu seinem Tod über zwanzig Bücher veröffentlicht Und daneben auch nur, dass wir das mal gesagt haben.

00:40:24: Neben den denkerischen Schriften vor allen Dingen dann christliche Reden, religiöse Reden und etwas was vom Umfang her ähnlich ist seine Tagebücher aber die hat er ganz bewusst nicht veröffentlicht.

00:40:37: Das sind alleine siebtausendzeiten zwanzig Bände in der Gesamtausgabe Die sind erst postung veröffentlich worden.

00:40:43: und da Haben wir denn den Kommentar der uns hilft die verschiedenen Erfahrungen in seinem Leben auch seinen Werk letztendlich zuzuordnen.

00:40:53: Das gehört einfach zur Einordnung.

00:40:54: bei Kekel war noch dazu.

00:40:57: Ja, vielleicht kann man das auch noch stark machen dass natürlich diese umfangreichen X tausend Seiten umfassenden Tagebuchnotizen auch einen außergewöhnlich guten Einblick geben in die Biografie und in das Denken, und die ganzen Verarbeitungsprozesse dieses Philosophen.

00:41:25: Das haben wir ja kaum von einem anderen Philosophen in diesem Umfang.

00:41:32: Und es möglich macht eben diese Verquickung von philosophischem Denken und biographischem Erleben auch nachzuvorziehen.

00:41:41: und gleichzeitig kann man dann auch wieder sagen, es ist wahrscheinlich auch kein Zufall.

00:41:46: Das ausgerechnet ein Kirkegaard so umfangreiche Tagebuch-Einträge verfasst weil das für ihn die Reflexion seines Erlebens ja nicht etwas war, was quasi außerhalb seiner Philosophie geschieht zu keine Ahnung.

00:42:06: Zu besseren Erinnerungen oder für allfällige spätere Memoiren oder dem Nachwuchs oder was auch immer – das war ja wahrscheinlich nicht das Hauptmotiv für seine Tagebucheinträge sondern weil eben bei ihm biografische Erfahrung und deren Reflexion eigentlich ein der fundamentaler Bestandteil oder sogar das kreative Zentrum seines philosophischen Denkens.

00:42:33: Würde ich absolut zustimmen, man kann es vielleicht sogar so zuspitzen dass man sagt ohne diese literarische Arbeit hätte er gar nicht überleben können.

00:42:47: Also er hat in dieser literarischen Arbeit seine Erfahrung verarbeiten müssen, sonst wär mehr oder weniger geplatzt ja?

00:42:54: Er musste sich artigulieren, er war ein sehr einsamer Denker und die ganzen Vorgänge auch seine Kirchenkritik, die ich eben nur angedeutet habe, seine Gesellschaftskritik, der schon im ersten Buch sehr stark ist entweder oder diese Dinge haben ihn fortwährend mehr isoliert.

00:43:13: Er galt dann als ein Cows, er wurde zur Spottfigur.

00:43:20: Es gab in Koppenhagen eine satirische Zeitschrift der Kausar und die Kausa-Affäre ist also ein ziemlich wichtiger Punkt auch an seiner Biografie wo man die Tatsache dass er von Jugend an eher eine schwächliche wohl auch etwas hinkende Gestalt war die sich nicht glatt fortbewegen konnte aufgespießt hat in entsprechenden Bildern und so weiter, also man hatte ihn regelrecht verhöhnt.

00:43:49: Und er ist zum Gespott der Gassenjungen geworden und ist dann auch isoliert und nebenbei gesagt eben auch verarmt weil er in dieser literarischen Existenz aufgegangen ist gestorben.

00:44:01: Also das gehört auch in diesem Zusammenhang noch dazu dass Literarische ist das Medium indem er gelebt hat.

00:44:10: es war so wie du sagtest.

00:44:12: Also wir kennen ja viele berühmte Literaten des zwanzigsten Jahrhunderts auch.

00:44:16: Die setzen sich jeden Vormittag, wenn sie viel kaffter haben hin und schreiben drei Stunden was oder ziehen sich für eine Woche oder vierzehn Tage Georges Stimelon zurück und schreiben Romanen, pressen den raus und ansonsten leben sie.

00:44:30: Und das war eben ... Das ist nicht additiv zu verstehen sondern er hat in diesen Dingen letzten Endes gelebt Ja?

00:44:38: Und seine literarische Produktion ist Reflex auf dieses Leben.

00:44:46: Vielleicht können wir von hier aus, vielleicht kannst du von hieraus noch mal die Kritik stark machen oder auch ein bisschen ausführen, die Kierkegaard dann an den philosophischen Größten seiner Zeit geübt hat?

00:45:02: Weil jetzt haben wir quasi einerseits eingeholt wie fundamental für Kierkergaard Philosophie eigentlich Existenzbewältigung, denkerische Existenzz bewältigung ist.

00:45:16: und du hast auch seine eigene Biografie nachgezeichnet die auch geprägt war von ganz vielen Themen.

00:45:25: die in seinem Werk auch wichtig sind, also eben Todvergänglichkeit.

00:45:33: Auch dann Angst und so.

00:45:35: Also die ganzen Sorge und so, die ganzen existenziellen Begriffe, die seine Biografie durchziehen.

00:45:41: Und jetzt aus dieser... Warte aus!

00:45:45: Übt er scharfe Kritik, du hast gesagt.

00:45:48: Er gehört – ist wahrscheinlich der gewichtigste Kritiker von Hegel.

00:45:51: Er übt Kritik an Schellingen.

00:45:53: Du hast schon gesagt, er wäre maßlos enttäuscht gewesen von diesem schelingischen Begriffsklapper.

00:46:01: Ich glaube es ist ein guter Punkt zu zeigen warum für ihn diese ganzen großen Konzepte und Systeme eben Begriffsgeklapper waren auf dem Hintergrund Grund seiner Geografie und seiner erkämpften philosophischen Einzigen.

00:46:20: Wir können jetzt natürlich den Hegel nicht in Totore kapitulieren, sondern nur einige wenige Grundgedanken.

00:46:26: aber die Grundidee bei Hegel ist eben doch das es so etwas wie eine Weltvernunft gibt, die durch die verschiedenen Prozesse konstruierbaren Logik zu sich selbst kommt.

00:46:44: Und die absolut zentrale These bei Hegel ist eben, die Wirklichkeit ist vernünftig und ich kann das rekonstruieren in den Abläufen, die ich beobachte und Hegel hat das für alle denkbaren Bereiche der Wirklichke durchdekliniert vom Rechtswesen, Rechtsphilosophie über die Kultur, die Religion usw.

00:47:09: Die zentrale Kritik von Kierkeger lautet an dieser Stelle diese abstrakte Vernunft, die dort beobachtet und formuliert wird.

00:47:24: Die bleibt der eigentlichen Wirklichkeit, der konkreten Wirklichheit gegenüber äußerlich.

00:47:32: Das heißt dahinter steckt natürlich auch bei Kierkiger eine Voraussetzung.

00:47:37: Meine individuelle Existenz ist kontingent.

00:47:42: Die ist eben nicht ableitbar, das hat er ja ohne Ende in seiner eigenen Wirklichkeit auch erfahren.

00:47:49: Also die Logik widerstreitet aller Zufälligkeit weil sie erst dringend ist, weil sich jeder Zufalligkeit entzieht.

00:47:58: und meine erlebte Erfahrene für mich einzig reale Wirklichheit ist nichts anderes als zufällig!

00:48:07: Also die theologisch-religiöse Komponente lassen wir da jetzt mal raus.

00:48:12: Das können wir später integrieren, aber das ist die Grundvoraussetzung von der er ausgeht und sagt, von daher ist doch völlig plausibel dass der Versuch einer rationalen Rekonstruktion der Logik der Wirklichkeit als solcher vollkommen an dem was wir als Menschen erleben Anfang des Jahrhunderts ja auch seine Kriegerischen Auseinandersitzung gerade hinter sich.

00:48:39: Die Leute haben noch gewusst, was Leid ist, was Not ist und wann erst dabei sich wieder neu zu etablieren.

00:48:47: also diese Form von Philosophie ist faszinierend.

00:48:52: die dänische intellektuelle Elite war fasziniert von der Berliner Philosophies vom deutschen Idealismus.

00:49:02: Aber wie Kierke gar gegen den Mainstream zur Geltung bringt, diese Philosophie ist insofern unwahr- und irrelevant als sie mit unserer eigentlichen Wirklichkeit nichts zu tun.

00:49:15: Man kann wohl behaupten dass quasi hinter all dem eine wunderbarer Planwaltet oder eine Notwendigkeit wirksam ist, dass man da hinter einem Wahnsinnsystem aufziehen.

00:49:29: Mit meinem Erleben hat es aber nichts zu tun weil ich mein Leben erfahre als ein Wechselspiel von unzähligen Kontingenzen, Zufälligkeiten und jetzt dahinter irgendeinen Weltgeist zu postulieren das mag man tun, Erfahrendswirklichkeit, Verlegung berührt.

00:49:54: Ja und die zweite Hälfte des neunzehn Jahrhunderts und vor allen Dingen die erste Hälfe des zwanzigsten Jahrhunderte hat dir erst gezeigt wie aktuell dieses Denken war.

00:50:05: ja also wenn ich jetzt mal du hast das eben schon glaube ich angedeutet Heidegger übernimmt eine zentrale ein zentrales Element in sein und seit seinem Hauptwerk aus der kirche-gottischen Philosophie Die Existenzanalyse, die sagt im Grunde ist Angst und Sorge sind die zentralen Bestimmungen des Lebens überhaupt abgesehen von der Mittelpunktstellung des individuellen Lebens.

00:50:31: Und der Betonung der Existenz bei Heidegger das kommt alles vom Kirkeger.

00:50:36: Und die heidigerische Philosophie Sein und Zeit da kommen wir ja noch zu.

00:50:44: schlägt ja deshalb so ein, weil die Leute die Erfahrung des Ersten Weltkriegs diese unglaubliche humane Katastrophe hinter sich haben und weil ihnen diese ganzen rationalen Geschichtskonstruktion zerbrochen sind.

00:50:57: Der Hegel Janismus zerbricht Ende des neunzehnten Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts an den Absurditäten, die jeder man beobacht im eigenen Leben erleben kann.

00:51:06: Ja?

00:51:07: Und Kierke Gauer liefert eine Philosophie, die genau dem eben auch gewachsen ist die in der Lage ist, die Unwirklichkeit des Daseins eben auch mindestens mal zu formulieren.

00:51:20: Und diese Kritik trifft mehr oder weniger eigentlich den ganzen deutschen Idealismus könnte man sagen?

00:51:27: Das ist in Variationen kann man sagen.

00:51:30: das was Kierkegaer von diesem existenziellen erfahren und der Reflexion des eigenen Erlebens aus gegen Hegel wendet, das könnte man eigentlich auf den deutschen Idealismus und die ganzen Systeme, die ihm erwachsen sind insgesamt anwenden.

00:51:49: Ja natürlich setzt sich mit Hegel auseinander, mit Schelling Das ist dann eigentlich schon gar nicht mehr so wichtig.

00:51:55: aber eben auch mit Kant.

00:51:58: Und wir wissen ja in der Mitte der Philosophie kann steht Nicht nur die Kritik da rein von sonst sondern auch die Ethik Die Kritik der praktischen Vernunft Mit seiner Verloberung, mit der Auflösung der Verlobung.

00:52:11: Die Erfahrung dieser unglaublich verantwortlich gestalteten Beziehungen also des Versuchs sie verantwortliche zu gestalten die an Moralität ja nicht zu überbieten ist führt gerade in die Sackkasse.

00:52:25: und das es unglaublich spannend zu lesen wie Kierkegaard Also diese Vorstellung der Moralität, wie wir sie bei Kant finden.

00:52:33: Der im Grunde sagt ... Wenn du das nur richtig machst, kannst du auch ein gutes Gewissen.

00:52:37: Du musst dich halt nur autonom verhalten und es ist im Grunden ein ethisches Verhalten

00:52:42: möglich.".

00:52:43: Kierkegerer.

00:52:44: Nein!

00:52:45: Hab ich am eigenen Leib erfahren?

00:52:46: Ich hab versucht alles richtig zu machen.

00:52:49: Und meine Erfahrung ist, ich werde immer schuldig.

00:52:51: Wir denken an Bonn-Hülfer.

00:52:53: Seine Erfahrungen in Widerstand ja.

00:52:56: Das sind Dinge die kommen letztendlich von Kirkeger her.

00:52:59: Und in der Auseinandersetzung mit Kant zerbricht Kierkegaard die Vorstellung einer regelrechten Ethik.

00:53:09: Da ist ja im Grunde bei Kant die Welt noch in Ordnung!

00:53:12: Du musst nur konsequent denken, dann stößt du auf Regeln, die dir helfen ein siddlicher Mensch zu sein.

00:53:21: und Kiergegaard sagt nein genau das Gegenteil habe ich erfahren.

00:53:25: Also die Idee, es gibt in jeder Lebenssituation mindestens eine oder vielleicht auch nur genau eine richtige Art des Handels und zwar eine wirklich auch ethisch satisfaktionsfähige Art des handelns.

00:53:41: Und Gegegaus sagt quasi also am Beispiel seiner Verlobung und ihrer Auflösung aber vielleicht auch im Hinblick auf sein erleben überhaupt nicht.

00:53:51: Es gibt unzählige Situationen, in denen ich eigentlich quasi aus denen mich nicht rauskomme ohne mich zu verschuldigen religiös gesagt.

00:54:03: Ja aber

00:54:03: das ist genau der Punkt die die Saturiertheit die eben mit Moral ... ja Vorsicht!

00:54:10: Die Saturiertheit auf die wir oft treffen werden Menschen Moralkonzepten folgen.

00:54:17: Ich mache es richtig Ich kann das rechtfertigen, wie ich

00:54:20: lebe.".

00:54:21: Und das ist Kirke Gott zutiefst einkaufen.

00:54:25: Weil er aus einer anderen Quelle weiß wir kommen im Leben nicht zu Recht!

00:54:31: Wir stoßen auf Apparien und Aufwichtlosigkeiten die uns als Menschen einfach überfordern, die zu groß für uns sind.

00:54:38: und der zieht daraus dann eine Konsequenz.

00:54:41: aber über die werden wir ja dann später noch.

00:54:43: Ja, ich glaube es gibt noch viel zu besprechen.

00:54:47: Ich habe ja dein Skript verinnerlicht und ich weiß was alles noch offen ist aber ich fand das sehr spannend jetzt mal als einen ersten Gang auch einzusteigen bei der Frage nach dem Verhältnis von Theorie und Biografie, von Philosophie und Erleben und dann zu sehen wie eng für Kierkegaard zusammengeht oder wie das eine quasi der überhaupt, der Entdeckungszusammenhang und der Wurzelgrund für das andere ist.

00:55:16: Und dann auch ganz konkret ein paar Einblicke in dieses kann man schon sagen auch umtriebige und tragische und bruchreiche Leben von Kierkegaard zu gewinnen dass auch deutlich macht weshalb er auch auf bestimmte Themen kommt und weshalb vielleicht eine gewisse, auch eine sehr nüchterne und unideologische Haltung sein Werk durchzieht.

00:55:51: Und auch die Kritik an diesen, ich sage jetzt ideologischen oder idealistischen Systemen seiner Zeit – warum diese Kritik für ihn sich eigentlich aufgedrängt hat.

00:56:06: In einer nächsten Folge werden wir mehr noch ausführen, wie Stark Kierkegaard auch gewirkt hat in seiner Rezeptionsgeschichte, wie verschieden eher auch in Anspruch genommen wurde und einen besonderen Blick werfen auch auf die Rolle oder den Beitrag seines Glaubens zu seinem für sein denken oder für sein Werk und uns die Frage stellen, ob man ihn überhaupt richtig verstehen kann.

00:56:38: Wenn wir nicht den christlichen Glauben als zentralem Bestandteil mit bedenkt?

00:56:46: Eine

00:56:46: zentrale Frage in der Rezeptionsgeschichte und ein echter Stachel für die Rezeption von Kirchengarten.

00:56:52: Ja

00:56:53: also ich freue mich auf die nächste Folge Peter.

00:56:54: vielen Dank ihr Lieben.

00:56:56: Wir freuen uns, euch auch nächstes Mal als Hörerinnen und Hörern wieder mit an Bord zu haben.

00:57:03: Kierkegaard ist auf jeden Fall mindestens einen zweiten Blick wert!

00:57:09: Und ihr seid auch wieder dabei dann.

00:57:11: Tschüss zusammen!

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