Edmund Husserl: Zurück zu den Sachen selbst?

Shownotes

Kann Edmund Husserl zeigen, dass wir der Wirklichkeit wirklich begegnen und nicht nur unseren eigenen Wahrnehmungen? Seine Phänomenologie setzt genau dort an: bei der Lebenswelt, bei der Erfahrung und bei der Hoffnung, zu den Sachen selbst vorzudringen.

Mindmaps kehrt in der philosophiegeschichtlichen Reihe zu einem Denker zurück, ohne den sich das Denken des 20. Jahrhunderts kaum verstehen lässt: Edmund Husserl. Manuel und Peter zeichnen nach, warum Husserl einerseits erstaunlich unbekannt geblieben ist und andererseits Spuren hinterlassen hat, die von Heidegger über Levinas bis zu Sprachtheorie, Soziologie und Habermas reichen.

Im Zentrum steht Husserls phänomenologische Methode. Was meint der berühmte Ruf «zu den Sachen selbst»? Das Gespräch zeigt, weshalb Husserl dem Neukantianismus, dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisideal und der klassischen Subjekt-Objekt-Spaltung misstraut. Erkenntnis, so seine Einsicht, entsteht nicht aus reiner Distanz. Wer die Welt erkennen will, ist immer schon in sie verwickelt.

Manuel und Peter arbeiten heraus, warum Husserl das Bewusstsein nicht als blossen Spiegel versteht, sondern als intentional auf Welt bezogen. Sie sprechen über das «Abschichten» von Vorannahmen, über die Hoffnung auf eine wirkliche Begegnung mit der Sache selbst und über die Überzeugung, dass sich Wirklichkeit nicht in Messdaten, Konstruktionen oder Perspektiven erschöpft. Gerade an Beispielen wie Kunst, Naturerfahrung und zwischenmenschlicher Begegnung wird deutlich, was Husserl gegen einen verengten Wissenschaftsbegriff stark machen will.

Zugleich bleibt die Folge nicht bei Sympathie stehen. Peter benennt präzise, wo Husserls Ansatz überzieht: Der Anspruch, am Ende zu einer sicheren «Wesenschau» der Dinge zu gelangen, trägt nicht. Phänomenologie öffnet wichtige Räume, sobald sie aber absolute Erkenntnissicherheit beansprucht, droht sie in einen irrationalen Offenbarungsanspruch zu kippen. Genau an dieser Spannung wird sichtbar, warum Husserl bis heute so anregend und so umstritten ist.

Eine Folge über Erkenntnis, Begegnung und die Frage, ob die Welt mehr ist als das, was wir über sie verfügen können. Und zugleich die ideale Vorbereitung auf den nächsten grossen Namen dieser Reihe: Martin Heidegger.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir sind mit dem Podcast Mindmaps vor kurzem in eine neue Reihe gestartet.

00:00:06: Peter und ich analysieren aktuelle Bücher, wir kritisieren sie, setzieren sie werten sie aus für unsere Gegenwart und mit einem besonders theologischen Interesse.

00:00:18: Wir haben aber versprochen dass wir unsere alte philosophiegeschichtliche Reihe nicht abbrechen lassen dieser philosophiegeschichtlichen Reihe und ich will die Gelegenheit wahrnehmen euch auf den zweiten.

00:00:36: Band der philosophiegeschichtlichen Einführung für Theologinnen und Theologen hinzuweisen, die Heinz-Peter Hempelmann aus dem Podcast Mindmaps oder auf der Grundlage seiner Folgen entwickelt hat.

00:00:51: Eine hervorragende Gelegenheit, die Inhalte dieses Podcasts zu vertiefen und noch einmal einzutauchen in die Wurzeln unseres Denken Sie also herzliche Einladung, das Buch zu besorgen.

00:01:07: Ich verlinke es in den Show-Nodes.

00:01:10: und jetzt viel Spaß mit dieser Folge von Mindmaps!

00:01:31: Mindmapse geht Ihnen eine neue Runde.

00:01:35: wir sind wieder da.

00:01:36: hallo Peter.

00:01:37: Hallo, Mann!

00:01:37: Ich freue mich auf das Gespräch mit dir.

00:01:40: Wir haben die letzten beiden Folgen mit Kierkegaard zugebracht und diesen bemerkenswerten eigenwilligen und auch bahnbrechenden Denker für die Moderne, für die Neuzeit ein bisschen unter die Lupe genommen und gesehen wie fundamental bei ihm Philosophie Vorgang ist, dass der nicht irgendwie in einem Gedankenspiel sich erschöpft und auch nicht versucht irgendein abstraktes System zu stricken sondern Philosophie etwas ist das aus einer existenziellen Betroffenheit heraus.

00:02:21: kommt und in das wir mit dem ganzen Leben, mit unserer ganzen Existenz irgendwie mitverwickelt sind.

00:02:30: Und alle Philosophie die uns und unsere Existenzen nichts zu tun hat war eigentlich für Kierkeger gar nicht bedenkenswert und auch falsch.

00:02:42: Jetzt gehen wir weiter!

00:02:44: Wir wollen auf Heidegger zugehen haben aber heute gesagt, wir möchten eine Folge noch machen zu einem Philosophen, der in gewisser Weise so eine Brückenfunktion einnimmt zwischen Kirkegaer und Heidegger.

00:03:01: Und Peter du hast mir gesagt in der Vorbereitung eigentlich ist das einer der einflussreichsten Philosophen des ausgehenden neunzehnten und des anbrechenden zwanzigsten Jahrhunderts Obwohl er wahrscheinlich in den Top Ten der neuen deutschen Philosophen von vielen nicht unbedingt genannt würde, also er ist nicht unbedingt einer der bekanntesten.

00:03:29: Aber du wirst das auch noch zeigen dass er doch sehr stark gewirkt hat und auch dass das neu zeitliche Denken bis in unsere Tage mit beeinflusst.

00:03:43: Richtig!

00:03:44: Über wen sprechen wir?

00:03:46: Ja, wir sprechen über Edmund Husser.

00:03:50: Sechs Jahre nach dem Tod von Søren Kürkegaar... ...achzehn fünffünfzig geboren also achtzehneunfünfzig in Meeren kommt aus einem jüdischen Elternhaus.

00:04:04: das spielt später noch mal eine Rolle wenn es um sein Verhältnis zu einen zu seinen bedeutendsten Schüler Martin Heidegger geht und gestorben dann während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Jahr, und es ist vollkommen wichtig dass Husserl auf der einen Seite wahrscheinlich der einflussreichste Philosoph des zwanzigsten Jahrhunderts Und auf der anderen Seite eben relativ wenig bekannt.

00:04:35: Man könnte den Test machen, also unter unseren Hörerinnen und Hörern werden vermutlich alle die Namen Heideger schon einmal gehört haben oder ihn auch gelesen haben sich mit ihm beschäftigt haben.

00:04:47: aber eher eine Minderheit kennt Husserl oder hat es sich sogar intensiv mit ihm Beschäftigen.

00:04:54: Dabei ist er aber für das Verständnisformat in Heidegger und vielen andern von ganz großer Bedeutung.

00:05:02: Also wenn du jetzt gerade von der Moderne sprichst, ich hoffe dass wir in unserem philosophiegeschichtlichen Abriss dann ja eben auch noch zur Postmoderne kommen.

00:05:11: zu Derrida, zu den jüdischen Religionsphilosophen Levinas.

00:05:15: Das sind ganz ausdrücklich Leute die sagen ohne Husserl hätten wir unseren Ansatz nie gefunden.

00:05:22: ja aber er ist auch weit über den Bereich der Philosophie hinaus wichtig geworden für die moderne Sprachtheorie.

00:05:30: sprachpsychologie Karl Bühler zum Beispiel des Struktoralismus Roman Jacobson einige von unseren Hörern werden ihn auch kennen, lebt im Grunde von phänomenologischen Grundlagen die Edmontus ergelegt hat.

00:05:48: Die Sozialwissenschaft Alfred Schütz das Konzept der Lebenswelt in der Enkelgeneration bei Jürgen Habermas zum Mittelpunktbegriff seiner Spätphilosophie wird.

00:06:04: Also überall trifft man auf Husserl, überall trifgt man auf diesen phänomenologischen Ansatz von dem wir nachher noch erklären werden worum es geht.

00:06:14: Ich könnte jetzt noch ein paar andere Leute nennen aber ich glaube es ist also hinreichend schon deutlich geworden er hat eine unglaublich breite Wirkung gehabt und vor allen Dingen natürlich dass das gerade angesprochen sein bedeutendster Schülers Martin Heidegger.

00:06:27: Ja, die Brücke besteht zunächst einmal in einem ganz konkreten Punkt.

00:06:36: Kirkegaard hast du zusammengefasst?

00:06:38: Man könnte bei Kirkegar sagen es ist nicht nur jemand der existiert, der philosophiert und für den seine Existenz eine Rolle spielt sondern fokussiert formuliert wie existenz philosophiert.

00:06:52: Ich als jemand, der unter ganz bestimmten Bedingungen da ist, philosophiere.

00:06:58: Ich kann von den lebensweltlichen Zusammenhängen in denen ich unterwegs bin nicht absehen und das ist eine der Grundgedanken auf die wir dann eben bei Husser treffen.

00:07:10: aber jetzt höre ich mal erst auf

00:07:11: Ja du hast das Stichwort schon genannt für dass Hussal bekannt ist oder quasi die Kategorie, oder die Schule in die man ihn einordnet Phänomenologie.

00:07:24: Was ist damit gemeint?

00:07:26: Das bezeichnet eine gewisse ... Eine gewisse philosophische Methode einer Erkenntnismethode eine Art und Weise zu philosophischer Gewissheit zu kommen.

00:07:41: Was meint Hussall da mit?

00:07:43: Vielleicht kannst du das mal ein bisschen herleiten, damit wir gerade so ins Zentrum vorstoßen.

00:07:50: Ja?

00:07:51: Also die Methode ist eben dummerweise jetzt nehme ich ein Stück Watikutik vorweg eben grade nicht geschaffen worden von Husser zu sicherer Erkenntnis zu kommen aber das Stichwort ist trotzdem wichtig und richtig.

00:08:05: Das war der zentrale Ausgangspunkt von Hosser.

00:08:07: also man begreift einen Denker im Regelfall am besten wenn man ihn seinen Zusammenhang hineinstellt Husser, zweite Hälfte, neunzehntes Jahrhundert.

00:08:16: Die Herrschaft des Neukantianismus an den deutschen Fakultäten ... Der Neukanthianismus der im Grunde eine konstruktivistische Philosophie ist er die Naturwissenschaften sehr stark beeinflusst und wir haben uns ja auch intensiv mit Kant schon beschäftigt.

00:08:32: das Ding an sich kann man nicht erkennen sondern wir treffen im Grund nur auf unsere eigenen Wahrnehmungskategorien Kategorien, Formen der Anschauung und so weiter.

00:08:41: Das kann man dann immer weiter ausdenken.

00:08:43: Und wenn man sich mit einer solchen Philosophie beschäftigt, kommt man irgendwann auf die Idee ist das denn wirklich wahr?

00:08:49: Es gibt doch die Kunsterfahrungen, es gibt die zwischenmenschliche Erfahrung, es geht die Begegnung... Kann man denn wirklich sagen wir wissen nichts über die Wirklichkeit?

00:09:00: Und das ist eigentlich der Impuls!

00:09:02: Der zweite Impulz eine urphilosophische Frage verfolgt.

00:09:10: Diese Frage haben wir dann auch schon bekannt, die haben wir bei Descartes in ganz ausgezeichneter Weise nämlich wie komme ich zur Sicherheit der Erkenntnis?

00:09:23: Bei Descarte war seiner methodischen Zweifelsbewegung... Ich rufe jetzt einfach mal so ein paar philosophiegeschichtliche Dinge auf und er landet beim Kurgito-Ergosum Hamburger.

00:09:32: bei Kant, der im Grunde gesagt ist gibt diese Kategorien mit denen wir alles ordnen und es gibt die Formen der Anschauung usw.

00:09:41: Und die Sicherheit der Erkenntnis ist dadurch gegeben dass wir die alle gemeinsam haben.

00:09:45: aber eigentlich kommen wir nicht an die Sachen ran und Husserl hat auch diese Frage Wie komme ich zu einer sicheren Erkenntnis, der Dinge selbst?

00:09:55: Aber bleibe nicht bei meinen Wahrnehmungskonstrukten stehen.

00:10:00: Es muss doch möglich sein die Sachen selbst zu erkennen oder nein vorsichtiger formuliert es muss möglich sein Zu eine erkenntnis der Dinge zu kommen die sie eben sicher erfasst.

00:10:17: und jetzt kommt der nächste punkt Das kann aber nicht so geschehen wie das in den Naturwissenschaften, die als Goldstandard der Erkenntnis in der zweiten Hälfte des Neunzehnjohnders gelten passiert.

00:10:29: Und dann übt er eine sehr, sehr interessante Kritik, vielfältige Kritik an den naturwissenschaftlichen Methoden der damaligen Zeit.

00:10:38: ähnliche Befragestellungen wie bei Wilhelm Dillteid im Begründer der Hermeneutik, aber das auch nur zur weiteren Einordnung.

00:10:46: und da sagte er Auch die Naturwissenschaften leben doch im Grunde von bestimmten Voraussetzungen, von denen sie ausgehen.

00:10:53: Sie stülpen der Natur ein gewisses System über die ganze Rede von Naturgesetzen.

00:10:59: und dann schließlich Der empiristische Ansatz bedeutet hier im Grunde auch nur, dass die Erfahrung eine doch relativ unsichere Basis ist für die Erkenntnis.

00:11:10: Also das ganze Problem des Induktionsschlusses – wir machen ja immer nur konkrete individuelle Wahrnehmungen und wir landen bei allgemeinen Sätzen also in die ganze Erkenntnisterie der Naturwissenschaften betroffen und drunter kritisch destoiert.

00:11:26: Und dann eben die Frage wie es denn dann trotzdem möglich die Dinge an sich zu erkennen, zu einer sicheren Erkenntnis zu kommen.

00:11:36: Das ist der Anspruch der Phänomenologie.

00:11:38: Ist ein faszinierender Anspruch aber einer, der dann im Endeffekt – ich nehme es noch mal vorweg nicht wirklich eingelöst und jedenfalls nicht rational.

00:11:49: Also kann man sagen Hustal setzt eigentlich einen bei einer gewissen, vielleicht bei der Intuition auch die man ja in der Beschäftigung mit Kant haben kann.

00:12:01: Du hast es vorhin als Frage gefasst, ist das wirklich so?

00:12:04: Dass wir das Ding an sich nicht erkennen können.

00:12:07: Ist es wirklich so dass wir noch nicht einmal wissen können ob da draußen eine Welt ist weil wir nur irgendwie unsere Wahrnehmungen analysieren können?

00:12:17: und das hat ja auch etwas Kontraintuitives, weil wir doch in der Welt den ganzen Tag über eigentlich das erleben haben, mit einer Außenwelt zu interagieren.

00:12:32: Weil wir den ganzen Tag über uns Dinge begegnen, wir Dinge sehen die wir für real halten und denen wir auch entsprechend Gewicht und Bedeutung zuschreiben?

00:12:43: also das hat ja etwas Kontraintuitives zu behaupten Das Ding an sich Die Welt da draußen ist uns gar nicht zugänglich.

00:12:52: Und jetzt versucht er methodisch zu zeigen, dass da tatsächlich eine Welt da draußen ist oder das wir Teil dieser Welt sind.

00:13:05: Und was ich jetzt noch bemerkenswert fand in deiner Hinführung ist auch, dass er da eigentlich ein ganz erstauntliches Problembewusstsein erkennen lässt im Blick auf die Naturwissenschaften ja durchaus... Da besteht Auch eine Spannung zukannt, weil die Naturwissenschaften durchaus gerade in dieser Zeit mit dem Anspruch aufgetreten sind.

00:13:31: Die Welt zuverlässig zu analysieren und zu belastbaren Erkenntnissen der Welt zu gelangen.

00:13:37: Und das war ja auch eine Zeit, in der die Natur- wissenschaften epochale Erfolge gefeiert haben hat Und eigentlich in der allgemeinen Wahrnehmung quasi als der große Fortschrittsmotor und der große, die Erkenntnisquelle gegolten hat.

00:13:55: Dass ein Husserl da schon dieses kritische Bewusstsein mitbringt und sagt aber moment mal auch in eure scheinbar so objektiven und methodischen Verfahren auch das sind Vorannahmen mitverbaut, auch da sind Rahmenbedingungen mit verbaut.

00:14:15: Auch da sind subjektive Einschätzungen mitverbaut.

00:14:20: Jede Naturwissenschaftliche Methode beruht auf Theorien die sich nicht von selbst verstehen und so.

00:14:27: Also so habe ich dich jetzt zumindest verstanden dass er so dieses kritische Bewusstsein mitbringt auch gegenüber Naturwissenschaften dass sie mit nicht den einfach eine neutrale, objektive Erkenntnis liefen.

00:14:41: Also der Begriff der objektiven Erkenntnisse ist natürlich ohnehin ganz, ganz schwierig.

00:14:45: auf dem möchte ich mich jetzt hier in dem Moment gar nicht einlassen.

00:14:48: also das was du geschildert hast das wissen die natürlich ja da leben sie nicht in einem falschen Schein Aber es bedeutet eben eine grundsätzliche Einschränkung des Erkenntnisanspruches.

00:15:00: Ja, man könnte jetzt auch mal ich mir viel gerade ein also das so schilderte Ludwig Wittgenstein ist gibt einen Buch über Gewissheit von ihm etwa hundertseptzig Seiten lang wo er sich über die gesamte Strecke hinaus des Buches hinaus zu vergewissern sucht dass sie seine Hand hier auf dem Tisch liegt.

00:15:20: und das Ergebnis ist er kann das nicht sichern er kann es nicht sicher wissen.

00:15:25: jede Begründung kann man noch mal in Frage stellen.

00:15:27: Es ist unglaublich faszinierend zu lesen mit Denkerfahrungen, du kannst aber natürlich wenn du so etwas liest und ähnliche Argumentationsprobleme hast du eben auch im Kantianismus Neukantianismus usw.

00:15:42: In der Erkenntniskritik die die moderne gerade auszeichnet, kannst du sagen sag mal wie verrückt seid ihr denn?

00:15:48: Also das ist doch wenn etwas klares ist dass da hier die Hand liegt oder Du hast von der Intuition gesprochen.

00:15:56: Da kann man dann fragen, wie verschwobelt ist eigentlich ein Ansatz, der zu solchen Konstruktionen letzten Endes führt?

00:16:02: Das ist der Grundimpuls der Phänomenologie können wir nicht weiterkommen.

00:16:08: oder auch das Wissen darum dass die Naturwissenschaft natürlich nur einen sehr begrenzten Zugang zur Wirklichkeit hat.

00:16:14: ja wenn ich einen Menschen liebe oder wenn einem Mensch mich hasst Wenn ich Menschen begegne wenn ich im Bereich der Kunst unterwegs bin, dann sind da Wirklichkeitserfahrungen von elementarer Bedeutung die den Naturwissenschaft gar nicht greifen.

00:16:32: Also das ist sozusagen alles der Hintergrund bei ihm.

00:16:36: und jetzt geht er eben dahin, das hast du noch mal referiert und sagt dieser elitäre Erkenntnisanspruch Der Naturwissenschaften ist ja gar nicht gedeckt.

00:16:46: Leute macht euch doch klar Macht euch nochmal kritisch klar was von welchen Voraussetzungen ihr lebt.

00:16:53: Aber er geht eben jetzt davon aus, es kommt ein ganz wichtiger Begriff, dass man diese ganzen Voraussetzungen abschichten kann.

00:17:03: Weil ... Voraossetzung bei Husserl?

00:17:07: Man ... Diese Vorassetzung hintergehen kann.

00:17:12: und an der Stelle unterscheidet er sich dann jetzt eben etwa vom Neukantianismus und anderen Konzepten.

00:17:18: das er sagt ich kann doch Abschichten heißt, ich kann bestimmte Dinge wegschieben.

00:17:26: Ich kann bestimmten Voraussetzungen unterlaufen.

00:17:29: und eine der wesentlichen um das noch ganz kurz deutlich zu machen eine der Wesentlichen ist eben die in der Naturwissenschaft im neunzeitlichen Rationalismus dominierende Unterscheidung von Erkenntnissubjekt und Erkenntnesobjekt Von dem wir auch unser Begriff objektive Erkenntnisse herkommen.

00:17:47: also hier bin ich Und ich erkenne den Gegenstand dort, wie er... Ich objektiviere ihn.

00:17:56: und konstitutiv für diese Erkenntnisbeziehung die zu einem bestimmten Bild von dieser... Zu einer bestimmten Darstellung dieses Gegenstandes führt ist eben die Distanz.

00:18:07: Die Subjekt-Objektspaltung.

00:18:08: Ja!

00:18:09: Da würde er sagen okay also das ist aber doch nur eine Voraussetzung.

00:18:13: Und dass muss ich... Diese Voraossetzung muss sich Unterlaufen, die muss ich untergehen.

00:18:22: Sonst kann es zu einer wirklichen Begegnung mit der Wirklichkeit nicht kommen.

00:18:27: Denn, Kirkegaard ... Ich bin wenn ich erkenne immer schon Teil der Wirkigkeit.

00:18:34: Ich existiere schon immer, wenn ich einen Erkenntnisakt mache.

00:18:39: Da wäre so eine wesentliche

00:18:41: Sache.

00:18:41: Okay das ist jetzt glaub ich wichtig.

00:18:44: hier liegt eine Eine Parallele oder eine Ideenähnlichkeit zu Kirkegaard vor, das bei Hussal auch für ihn wichtig ist zu sagen diese Subjekt-Objektunterscheidung.

00:19:00: Oder diese Vorstellung dass ich quasi als Erkenntnissubjekt in Distanz zum Objekt, dass ich das dann rationalistisch glaube ja immer Beobachte analysiere.

00:19:11: Und das bleibt mir äußerlich, oder es ist sogar entscheidend für den Erkennungsakt, dass es mir in dem Sinn äuzerlich bleibt, dass ich quasi diese analytische Distanz wahre.

00:19:23: und Hussleur würde sagen erstens haben wir diese Distanz gar nicht Teil sind dieser Welt und mit involviert sind, weil uns die Dinge, die wir beobachten oder die wir anschauen auch angehen.

00:19:42: Weil wir quasi in diese Welt mit verwickelt sind.

00:19:46: Und sie ist auch nicht wünschenswert, weil sie gar nicht zu der entscheidenden Erkenntnis führt?

00:19:54: Ja!

00:19:55: Also Sie hat natürlich an den Naturwissenschaften irgendwo ihren Sinn.

00:19:58: aber jetzt philosophisch gesprochen, führt sie uns nicht ans Ziel der Dinge.

00:20:03: Man kann da noch mal einen zentralen Begriff von Husswell einbringen, den der Intentionalität des Bewusstseins.

00:20:11: Also die zentrale Einsicht im Anschluss an die Lebensweltphilosophie.

00:20:16: dazu gehört neben Kirkegaard natürlich auch Nietzsche und andere.

00:20:22: aber Kirkeger ist unglaublich wichtig.

00:20:24: Die zentale Einsicht unserer Bewusstsein ist nicht nur ein Spiegel der Welt.

00:20:30: Also ich bin das erkennendes Subjekt und da ist das Objekt.

00:20:33: Und ich bildet das jetzt in meinem Bewusstsein ab, sondern in dem Moment wo ich erkenne bin, ich selber ja immer auch schon Teil der Welt.

00:20:42: Ja.

00:20:43: Und da sagt Husserl – und das ist intuitiv glaube ich einleuchtend!

00:20:48: Das muss sich ja irgendwie auswirken.

00:20:50: Und es wirkt sich erst dann aus wenn die Welt deren von der ich hier ein Teil bin auf mich zurück wirkt.

00:20:57: Das heißt, es muss im Grunde so etwas wie eine Begegnungsebene erreicht werden.

00:21:03: Und dafür muss ich diese Subjekt-Objektspaltung überwinden, wo ich so tue – Ich könnte alles objektivieren und in falscher Abstraktheit über sehe dass ich ja Teil von dem bin das sich zu beschreiben versuche.

00:21:17: Nebenbemerkungen entscheidende Einsicht der neomaxistischen Soziologie im Positivismus streit.

00:21:26: Im Gegenüber zu einer bürgerlichen Wissenschaft, die sagt wir können die Gesellschaft in der wir leben objektiv beschreiben.

00:21:33: Wir können die ganzen Daten über die wirtschaftliche Entwicklung und so weiter.

00:21:37: wie viel Arme gibt es?

00:21:38: Und Adorno Hauchkeimer Habermas sagen nee das ist ein falscherweise abstrakter Wissenschaftsbegriff an einer falschen Soziologie.

00:21:50: in dem Moment, wo wir diese Dinge beschreiben sind.

00:21:53: Wir ja immer auch Teil schon der gesellschaftlichen Verhältnisse und sind von bestimmten Interessen

00:21:59: bestätigt und

00:21:59: so weiter.

00:22:00: einfach um dann nochmal eine Parallele zu ziehen also auf Herbert Markus hat eben Husselt zum Beispiel auch einen immensen Einfluss gehabt einer der wichtigsten Neomaxistischen Theatrisken.

00:22:11: Ja ich würde da gerne noch mal kurz einfach klärend nachfragen weil manche Denkfiguren oder Ideen, die du jetzt genannt hast von Husserl.

00:22:25: Die könnte man jetzt in Verbindung bringen ein bisschen ähnlich wie bei Kierkegaar im Verbindung mit einer Subjektivität oder einem Subjektiwismus der dann quasi zu einer gewissen postmodernen Beliebigkeit oder einer... Also zur Einsicht führt Wir können nicht als rationalistische Subjekte diese objektive Welt einfach wahrnehmen, sondern wir sind zutiefst verwickelt in dieser Welt.

00:23:05: Wir sind Teil dieser Welt.

00:23:07: und dann eben was zuvor in das Stichwort hätte ich auch eingebracht – wir sind immer in allen Erkenntnisbemühungen, sind auch Eigeninteressen von uns selber mit!

00:23:17: verbaut.

00:23:19: Und die Einzig darin, das ist ja jetzt auch in modernen Ansätzen ganz... entscheidend, dass man seine Situiertheit zugibt.

00:23:29: Dass man deutlich macht ich bin... Ich schreibe dieses Paper in den USA ist das in manchen Kreisen oder Disziplinen sogar üblich geworden.

00:23:38: Das man sagt ich schrei be dieses paper als weißer Mann oder alles dies und das um klar zu machen.

00:23:46: Ich komme, ich bin situiert!

00:23:47: Ich bin jetzt nicht irgendwie aus einem Gottesstammpunkt beschreibe ich die Welt sondern ich habe eine Geschichte ich bin irgendwo, ich habe eine Sozialisierung und so.

00:24:01: Und dass man zugibt welche Subjektivitäten auch welche Eigeninteressen vielleicht da mit schwingen um zu zeigen das ist keine reine gereinigte Erkenntnis.

00:24:18: jetzt ist was mich eben erstaunt hat bei der Art und Weise wie du in deinem Skrit auch Husser dargestellt hast dass er eben genau nicht dahin will, sondern das er eigentlich nach dem Zugeständnis in die Verwicklung, in Vorannahmen und so weiter.

00:24:35: Dass er dann sagt deshalb müssen wir versuchen unsere Wahrnehmung oder unser Bewusstsein als Wahrneemungsorgan quasi zu reinigen oder diese ganzen Anteile irgendwie, du hast gesagt abzuschichten.

00:24:51: Das ist doch immer noch ein ganz entscheidender Widerspruch zu der Linie, die ich vorhin ausgezogen habe.

00:24:58: Es ist immer noch seine Philosophie von der Zuversicht getragen.

00:25:02: Ich kann mir meiner Vorannahmen bewusst werden, meine eigenen Interessen bewusst werden und ich kann sie in meiner Erkenntnisbemühung quasi zurück drängen oder abblenden.

00:25:16: Also das Beispiel von der Situiertheit des Autors ist da hilfreich.

00:25:23: Bei dieser Situiertheit, die ich beschreibe, bleibe ich ja im Grunde bei mir und meiner Perspektive.

00:25:32: Und das führt wenn man nicht aufpasst auch sehr schnell in einen Perspektivismus hinein indem alles beliebig wird.

00:25:38: Muss nicht sein aber ist sehr häufig so.

00:25:44: geht ein entscheidenden Schritt weiter.

00:25:45: Also ich sehe meine eingebundenheit ein, bei der Eingebundenkeit wird konzentriere ich mich eben nicht mehr nur auf mich sondern ich sehe mich als Teil eines größeren Ganzen und das Entscheidende ist dass mir das begegnet und dieses Abschichtverfahren ist erst dann zu Ende wenn dieser Begegnungsprozess stattfindet

00:26:11: d.h.,

00:26:12: ursprüngliche Objekt auf einmal, auf mich zurückwirbt.

00:26:17: Ja?

00:26:18: Beispiel Kunst wäre da immer noch etwas Gültiges wo wir bei Kunsterfahrung solche Erlebnisse machen?

00:26:27: Wir setzen uns ein Bild aus.

00:26:29: Wir kommen natürlich mit den Kategorien, ästhetischen Kategorian und anderen Kategoren die wir mitbringen ran Und dann schichten wir das ab.

00:26:38: Wir merken wie wir versuchen das zu objektivieren.

00:26:42: Wir können darüber nachdenken, wir können es dann wegschieben und je länger wir uns etwas in Anführungsstrichen aussetzen umso größer wird die Chance das es uns anspricht.

00:26:57: Also wir sehen hier draußen diesen blühenden Kastanienbaum.

00:27:02: Ich kann den jetzt biologisch einschätzen, ich kann sagen wie gesund er ist oder ob er zur richtigen Zeit blüht und ob er genug Wasser bekommen hat.

00:27:11: Und soweit ich kann das alles aber abschichten und irgendwann kommt der Punkt wo mir dieser Baum nicht mehr nur als ein biologisches Phänomen begegnet.

00:27:22: vielleicht kommt da auch nichts Aber das wäre jedenfalls das Ziel um dass es geht dass die Wirklichkeit deren Teil ich bin auf mich zurückwirkt und selber auch etwas mit mir machen.

00:27:36: Das hat aber, ich finde das eine hinfreiche Klärung weil das jetzt für mich dann fast schon einen mystischen um nicht zu sagen esoterisch klang bekommt und das wäre jetzt meine Rückfrage.

00:27:55: Ich muss mir also dieses Abschichten bei Hussel nicht einfach streng methodisch rationalisch vorstellen, dass ich quasi ... weil so funktioniert der Kunst auch nicht.

00:28:08: Natürlich sagt man normalerweise wenn Du im Sprint durch eine Kunstausstellung renne, dann werde ich sehr wahrscheinlich keine solchen Erschließungserfahrungen machen.

00:28:22: Sondern man muss sich die Zeit nehmen und die Ruhe nehmen.

00:28:25: Man sollte vielleicht auch nicht gerade gestresst sein und wissen in dreißig Minuten muss sie den nächsten Zug erwischen sondern man setzt sich hin und man lässt das auf sich wirken.

00:28:34: Zahlt man ja bei der Kunst?

00:28:37: Und im ersten Moment sieht man dann vielleicht, ach das ist keine Ahnung.

00:28:41: Bei Nicht-Abstrakter Kunst sagt man vielleicht, das ist jetzt eine Schale mit einem Apfel und einer Banane drin.

00:28:48: Und dann vertief man sich darin.

00:28:50: oder bei Rotko sagt man es ist jetzt ein roter Fläche.

00:28:54: okay gut nächstes Bild.

00:28:56: nein man versucht das auf sich wirken zu lassen.

00:29:00: und dann hast du gesagt dann finden solche Abschichtungsvorgänge statt.

00:29:04: aber ja nicht bewusst dass ich dann sage ich notiere mir jetzt welche vor Annahmen und Urteile ich an dieses Bild heranbringen, um versuche davon abzusehen in meiner Kunstbetrachtung.

00:29:16: Sondern eher dieses intuitive... Ich setze mich dem so lange aus bis die Welt anfängt zu mir zu sprechen.

00:29:25: Also eher in die Richtung.

00:29:30: Es ist nicht diese Idee das ich mir meiner Vor- Vorannahmen und Eigeninteressen, quasi dann rationalistisch Rechenschaft ablege darüber.

00:29:42: Und versuche irgendwie aus dieser Befangenheit herauszukommen?

00:29:46: Weißt du worauf ich...

00:29:48: Ich versuch es!

00:29:49: Also es geht gerade darum aus diesem Sollipsismus rauszukommen.

00:29:54: also wenn ich diese Erkenntnis kritischen selbstkritischen Dinge formuliere bin ich ja noch nicht bei den Dingen selbst Und das wäre eben genau der phänomenologische Ansatz zu sagen, ich bin ja im Grunde gar nicht wichtig.

00:30:08: Ich bin derjenige dessen Kategorien letzten Endes die Wahrnehmung des anderen in persönlichen und sachlichen Sinne.

00:30:17: Es geht nicht nur darum dass sich den anderen großes Thema von Emmanuel Levinas kenne sondern auch die Dingwelt in Anführungsstrichen beginnt zu sprechen.

00:30:28: Und das kann ich nur, wenn ich mich diesem Abschichtungsprozess aussetze.

00:30:32: Sehr schön diese Stellung... Ich war jetzt neulich auf einer Ausstellung über einen Impressionisten.

00:30:38: War so voll dass man gar nicht Zeit hatte wirklich Bilder auf sich wirken zu lassen.

00:30:44: also die Inszenierung bestimmter Ausstellungen verhindert eigentlich schon genau dieses Erlebnis.

00:30:50: aber man kann sehr schön daran anknüpfen.

00:30:53: Die Begegnung ist wichtig und sie passiert dort, wo ich bereit bin meine Kategorien abzuschichten um seinen Begriff nochmal aufzunehmen darauf zu verzichten die loszulassen.

00:31:07: Und eine Sache ist jetzt ganz ganz wichtig sonst landet man wieder bei der individuellen Beliebigkeit.

00:31:14: Der Anspruch ist eben das Ende eines solchen Prozesses eine Begegnung mit dem wirklichen, der Wirklichkeit als solchen eben auch steht.

00:31:26: Es ist ein essenzialistischer Anspruch zu den Dingen selbst!

00:31:31: Ich begegne dann eben nicht mehr bloß einem Bild von mir – das gilt es ja geradezu überwinden – sondern ich begegner' der Wirklichkeit als solche.

00:31:44: Also um da nochmal zurückzufragen oder zu Fragen nach den verbauten Annahmen, oder Überzeugungen.

00:31:55: Also für Husserl ist quasi klar diese ganze Phänomenologische Zugang zur Wirklichkeit zur Welt funktioniert nur unter der Voraussetzung dass dieser Welt spricht und uns etwas zu sagen hat.

00:32:12: Und was mir jetzt sehr gefällt an der Art und Weise wie du das auch präzisiert hast.

00:32:19: Zuerst ist er so verstanden, dass alleine das Zugeständnis seiner eigenen Interessen und Vorurteile und Voraussetzung.

00:32:30: Dass wenn man sich derer bewusst wird was an sich schon wahrscheinlich unmöglich ist weil es ja quasi das Wasser in dem wir schwimmen.

00:32:38: Das ist die Luft die wir atmen.

00:32:45: in der Idee solcher Vorannahmen drin, dass man sie eben nicht restlos zu fassen kriegt.

00:32:52: Weil man ihn verwickelt ist.

00:32:53: aber ich habe zuerst gedacht man müsste sich das dann ganz bewusst machen und du hast dann gesagt ja nur indem man sich dieser Eigeninteressen gewahr wird hat man ja erst erkannt was mir die Wahrnehmung der Wirklichkeit versperrt.

00:33:12: Aber man hat diese Schranken damit ja noch nicht aufgehoben und für ihn ist wichtig, diese Welt spricht zu uns wenn wir sie auf uns wirken lassen dann erschließt sich uns das Wesen der Dinge und da war er aber auch entschieden anti relativistisch quasi und das würde ja auch bei der Kunst, ein moderner, modernes Kunstverständnis diese Rezeptionsestätik.

00:33:40: Diese Idee dass die der Sinn und die Bedeutung und das Gewicht eines Kunstwerks eigentlich im Kopf und im Herz und in der Wahrnehmung des Rezipienten entsteht, die würde ja sagen.

00:33:54: Und jeder sieht etwas anderes in diesem Bild quasi jedem erschließt sich etwas anderes.

00:33:59: das ist ja dann das Geheimnis quasi der Kunst oder auch von Texten dass man sagt Das muss so sein, dass jeder etwas anderes darin sieht.

00:34:10: und Hussal war von der Überzeugung getragen Nein wenn wir ganz genau hinhören genug auf uns wirken lassen, dann kommen wir

00:34:20: alle

00:34:20: zur gleichen Einsicht in das Wesen der Dinge.

00:34:24: Ja genau und das kann man jetzt wenn man versucht Husselt zu rekonstruieren nochmal auf ein Gegensatzpaar bringen dass bei ihm eine ganz große Rolle spielt.

00:34:33: die Unterscheidung zwischen Noesis und Neuma.

00:34:38: ja also Neuma ist die Perspektive die ich habe die ist individuell ja das ist zugestanden Die ist bestimmt durch die individuellen Voraussetzungen, von denen ich ausgehe.

00:34:51: Aber es gilt eben gerade diese Perspektiven zu überwinden und die Noesis des Objektes der Sache, die ich erkennen will als solche zu greifen – das ist der Anspruch, dass das möglich ist!

00:35:08: Wenn man so will jetzt nicht in einem ethischen oder erkennstheoretischen Sinn ein elitärer Anspruch?

00:35:13: Es ist ein essenzialistischer Anspruch, es ist eben möglich zum Wesen der Dinge letztendlich vorzudrängen.

00:35:21: Ja und das ist eine deutliche Gegenposition jetzt auch gerade zu kant, der eben sagt als Wesen die Dinge an sich ist uns nicht verfügbar oder erkennbar?

00:35:37: Ich habe mich gefragt, ist es denn eigentlich im Kern Ein platonischer Ansatz bei Hussal, dass er ... Weil das erinnert mich ein bisschen so quasi.

00:35:47: Ich schau den Baum an und ich lasse ihn solange auf mich wirken und zu mir sprechen bis sich das Wesen des Baumes quasi die Platonische Idee des Baomes sich mir erschließt.

00:35:58: oder ist es gerade nicht der Punkt?

00:36:02: Oder kann man Hussall quasi nicht in diese Schneise legen?

00:36:07: Es ist beides, es ist ambivalent.

00:36:10: Ich will zum vorangegangenen Gesprächsgang Gedanken nochmal gerade etwas sagen.

00:36:16: Also der Einfluss von Husserl auf Levinas ist z.B.

00:36:20: da greifbar, wo Levinass sagt in dem Moment, wo ich das Antletz eines Menschen ansehe ... Der Begriff des Antlets ist bei ihm unglaublich wichtig.

00:36:33: Wir kommen hier irgendwann auch hoffentlich noch zu Levinast als einem der wichtigsten Denker des zwanzigsten Jahrhunderts, wenn nicht dem Wichtigsten.

00:36:41: Und Levinas sagt dann erscheint mir etwas ... Wenn ich einen Menschen ins Gesicht ins Antlitz schaue, leuchtet etwas auch von seinem letzten absoluten Bedeutung fast das dann auch religionsphilosophisch und spricht von der Gottes-Ebenbildigkeit.

00:37:00: Das ist ein Wiederfahrenes!

00:37:02: Ich kann das nicht machen Sondern das wieder fährt mir, wenn ich einen anderen Menschen wirklich wahrnehme.

00:37:09: Um das nur noch einmal an einem aktuellen Beispiel deutlich zu machen.

00:37:12: Jetzt zum Platonischen.

00:37:13: natürlich muss da die Assoziation kommen.

00:37:17: ist das nicht im Grunde ein platonischer Anspruch?

00:37:20: also hinter den Phänomenen, die wir entdecken gibt es ein im Jenseits im Ideenhimmel ein Wesen der Dinge, die sich immer nur in einer unvollkommenen begrenzten endlichen Weise hier manifestiert.

00:37:34: Aber ich kann überhaupt nur allgemeinböge verbilden weil es diese Idee, diese intellektuelle Idee, die die Grundlage alles physisch wirklichen ist, weil es die in einem solchen Ideenhimmel gibt und das kann ich bestimmen sagt Platon, wobei der Akt ist bestimmt bei ihm jetzt eben auch nicht empirisch naturwissenschaftlicher Art und Weise, sondern im Grunde ja auch sich als Erleuchtung vollzieht über das was etwas seinem Wesen nach ist.

00:38:04: Also insofern ganz Jahr der elitäre Erkenntnisanspruch, der Offenbarungsanspruch ist gleich aber die Methode ist vollkommen unterschiedlich.

00:38:17: Also bei Platon muss man eben hinter die Dinge schauen.

00:38:22: Das, was ich hier wahrnehme ist im Grunde das führt mich in die Irre.

00:38:27: Es braucht eine Art ... es braucht diesen reinigenden Dialog der mich gerade von den Sinnen weglänkt weil sie mich ablenken falscherweise und die Phänomenologie geht im Grund ja genau den umgekehrten Weg.

00:38:42: Sie sagt du musst dass empirische in einem sehr weiten Sinne, dass was sinnenfällig ist.

00:38:49: Ernst nehmen lernen du darf es dir nicht mehr verstellen müssen also in einer gewissen Weise genaues Gegenteil davon.

00:38:56: Also man könnte sagen bei Husserl phänomenologisch ist quasi das eigentliche Dinge in der Welt selbst drin und nicht in einer platonischen Hinterwelt.

00:39:12: Also platonisch wäre dann zu sagen dieser Baum, dieser Kastanienbaum ist eigentlich nicht der eigentliche Baum sondern quasi die höchste Aufgipflung der Wirklichkeit eines Baumes ist eigentlich in dieser Ideen-Hinterwelt.

00:39:28: Huster würde sagen, nein dieser quasi.

00:39:30: in der Betrachtung dieses Baumes erschließt sich mir das Wesen des Baumes.

00:39:35: Das ist aber quasi in den Baum drin, oder?

00:39:39: Das spricht zu mir so.

00:39:41: Die Phänomene-Erfahrung als solche... Ja!

00:39:43: ...die Phänomenen sind nicht etwas was man hinter sich lässt sondern die man im Grunde eindringen muss um zum Wesende Dinge vorzudringen.

00:39:52: Aber der Anspruch Sicherheit der Erkenntnis zu bekommen, das eigentliche zu erkennen.

00:39:58: Der ist eben bei beiden gleich.

00:40:00: Ja,

00:40:01: du hast vorhin das Stichwort Offenbarung genannt.

00:40:03: Das hatte ich natürlich auch auf der Zunge weil dass sich natürlich aus einer theologischen Perspektive irgendwie auch nahe legt.

00:40:13: man könnte finde jetzt diesen Ansatz durchaus auch mit theologischen, schöpfungstheologischen Überzeugungen zusammendenken und sagen ja Gott hat diese Welt erschaffen.

00:40:26: Man kann sogar sagen, sie kommt.

00:40:28: Ich glaube bei dem Systematiker Wolfa Pannenberg ist das zum Beispiel eine Denkfigur.

00:40:35: Sie kommt auf die Seite des Zones, des Logos zu stehen – die Welt!

00:40:39: Das heißt, die Welt hat eine Logos-Haftigkeit und man könnte auch sagen, dass sie etwas mit hat.

00:40:49: Teilendes ja quasi auch eine Offenbarungsqualität, die sie spricht zu uns.

00:40:55: Sie redet zu uns!

00:40:57: Das könnte man eigentlich sehr schön auch theologisch stark machen und sagen das ist doch vielleicht viel näher bei einem biblischen Denken zu sagen, wir sind nicht als rationalistische Subjekte.

00:41:11: Greifen wir auf eine Objektwelt zu, sondern wir sind mittendrin mit verwoben und verschachtelt und verbaut in diese Welt.

00:41:23: Und dieser Welt spricht zu uns und im besten Sinne erschließt sie uns sogar die Gegenwart des Schöpfergottes.

00:41:32: Ganz sicher!

00:41:34: Also ich würde es jetzt auch nicht pauschal ablehnen, also die ungeheure Wirkung auch interdisziplinär spricht ja dagegen.

00:41:42: Der Mann hat extrem viel angestoßen und jetzt versuchst du das auch noch theologisch einzuholen.

00:41:49: wieviel ein als du es gesagt hast Hamann Ästhetiker in Nutze eigentlich seine wichtigste ästhetische Schrift, ästetik theoretische Schrifft wo er sagt, die Schöpfung ist eine Rede an die Kreatur durch die Kreate.

00:42:02: Genau!

00:42:03: Oder diese berühmte Rede vom Buch der Natur – das ist ja nicht nur Hamann.

00:42:07: Ja?

00:42:08: Wo Gott uns spricht und es in doppelter Weise ein, auf der einen Seite durch die Bibel und auf der anderen Seite eben durch die Wahrnehmung der Schöpfung

00:42:17: natürliche Offenbarung.

00:42:18: Natürlich

00:42:18: offenbarungen, genau.

00:42:20: Also ja... Oder ich mach's mal allgemein menschlich, wenn ich an die letzte Kusserfahrung denke und dich dem immer anders können.

00:42:29: Die meisten von uns teilen... ...die Reflexion der Frage wie hoch ist jetzt der Blutdruck unter bestimmten Umständen?

00:42:36: Und wie schnell bepulst das Herz?

00:42:39: Erschließt diesen Vorgang nicht ausreichend!

00:42:42: Also ich denke da würde mir kaum jemand widersprechen.

00:42:45: Obwohl es ja auch wichtig ist, dass zu wissen vielleicht kann man sich sehr von seinem Krankenherzen her gar nicht leisten Aber es geht darin ja nicht aus.

00:42:57: Und diese Betonung ist wichtig oder dass die Erkenntnis dort zu ihrem Gipfel kommt, wo sie in eine Begegnung einbündelt, wo der andere für mich ... Und auch das andere, nicht nur Objekt ist sondern mir begegnet mich selber verändert auf mich einwirkt.

00:43:18: Das sind ja Dinge die muss man absolut festhalten.

00:43:24: Ja, ich wollte nur nachdoppeln und sagen das ist ja auch ein ganz entscheidender Gedanke.

00:43:30: Auch in heutigen ökologischen Theorien dass man sagt eigentlich einen Grund für die Misere in die die Menschheit diese Welt und das Klima geritten hat ist doch gerade dieser verobjektivierende auch dann instrumentalisierende Zugang zur Welt der alles Dazu neigt alles in einen Verwertungszusammenhang für den Menschen zu bringen.

00:43:55: Und quasi die Erlösung, religiös gesprochen liegt darin gerade seine Verwicklung in dieser Welt zuzugestehen und zuzugestehen dass uns da etwas entgegen kommt das einem betrachten Deutungs- und Sinnüberschuss über diese naturwissenschaftlichen Zugriff hinaus hat.

00:44:15: Man muss jetzt nicht unbedingt dann anfangen mit den Gartenblumen zu sprechen oder so, aber anzuzugestehen dass mir hier etwas Lebendiges, etwas anderes auch begegnet in der Schöpfung, in der Welt, auch in der Dingwelt.

00:44:36: das wird von vielen auch ökologischen Theoretikerinnen und Theoretikern, ich denke jetzt an den neuen Materialismus

00:44:44: usw.,

00:44:45: da wird das sehr stark gemacht.

00:44:47: Genau diese Trennung müssen wir aufheben, genau diese Einsicht, dass eben diese Dinge uns begegnen und zu uns reden und dass wir ihnen ihren Eigensinn auch zugestehen – das ist ganz entscheidend!

00:45:00: Wichtige Zweige amerikanischer Philosophie, die das etwa betonen.

00:45:06: die einen ganz anderen Naturbegriff haben, der das integriert was du gerade gesagt hast.

00:45:11: Aber wenn wir in der europäischen Tradition bleiben Ebner, Buber, Rosenzweig also diese sehr stark jüdisch geprägte Religions- und Existenzphilosophie, die bewahrt diese Einsichten auf.

00:45:26: Das sind dann teilweise sogar auch parallele Einsichten, die dann auch wieder von Kierkegaard und Nietzsche herkommen.

00:45:33: Aber das Problem, um das kommen wir eben dann doch letzten Endes nicht herum.

00:45:41: Also nochmal – Wir sichern dieses relationale Elemente was wir ja auch vom hebräisch-bibischen Erkenntnisberufe haben Das Erkenntnissen nur dort zu ihrem Ziel kommt wo eine Begegnung stattfindet.

00:45:54: also der kontaktive, der kontextuelle Aspekt den kognitiven Aspekt im Grunde ergänzen muss von Erkenntnis.

00:46:06: Ja, aber der elitäre Anspruch eben auch zu sagen Wenn du das jetzt richtig machst wenn du die phänomenologische Methode richtig anwendest dann kommst Du eben zu einer Wesenschau.

00:46:20: und wesenschau heißt dass es nicht beliebig sondern das ist genauso wie ich dir das sage.

00:46:26: Und jetzt kommt quasi der hundertprozent Abfall.

00:46:29: Leute, die sich auf diese Methode von Herrn Husserl eingelassen haben sind dummerweise zu ganz anderen Erkenntnissen gekommen und das ist bis heute so.

00:46:37: ja da man lässt sich darauf ein und merkt naja ich hab' jetzt halt diese Wesenschau.

00:46:43: Ich meine dass Ding ist einem Wesen nach wirklich so und andere kommen zu ganz ganz anderen Ergebnissen.

00:46:50: Das heißt Wenn ich diese Methode, die ihr Recht hat haben wir es aber wirklich auch häufig genug gesagt.

00:46:58: Absolut setze lande ich letztendlich im Errationalismus.

00:47:03: Weil wenn jemand mir mit einem Offenbarungsanspruch begegnet den man rational nicht einlösen kann dann bleibt ja nur ihn abzulehnen sich ihm gegenüber durchzusetzen oder eben einfach klein beizugeben.

00:47:19: also eine da hört die Kommunikation letztendlich auf, das will ich damit sagen.

00:47:24: Und das ist das entscheidende Problem.

00:47:25: so wir kommen also Methosalum mit der Phänomenologie, die ja bis heute ihre Anhänger hat und vielfältig weiterentwickelt worden ist muss man wenigstens auch mal sagen nur weiter wenn wir hier auch differenziert Stellung nehmen uns sagen dass recht dieser Methode ist unbestritten.

00:47:45: Aber wir haben in der Durchführung und mit dem Anspruch erhebliche Probleme.

00:47:51: Also wir sind ja in unserer Folge zu dem neuen Buch von Hartmut Rosa, Situation und Konstellation.

00:47:59: Das ist quasi die neue Mindmaps-Reihe, in der wir uns mit Büchern und ihren großen Ideen befassen.

00:48:08: Da sind wir auch auf die Phänomenologie kurz zur Sprechen gekommen, weil sich Hartmut Rosa ausdrücklich darauf beruft und sich in dieser Tradition versteht.

00:48:20: Das hat für mich aber einen ganz anderen Klang gehabt.

00:48:23: Da hab ich den Eindruck gehabt, das war auch nicht ohne Probleme ... Wir haben das ja dann du vor allem auch problematisiert!

00:48:31: Aber so wie ich das von ihm verstanden habe, war schon die Idee, man macht Beobachtungen an der Lebenswirklichkeit und man gibt denen auch ein eigen Gewicht.

00:48:41: Das sind nicht nur Anekdoten, die eine vorausgefasste Idee ... quasi illustrieren sollen, sondern man macht ganz viele Beobachtungen.

00:48:50: Dann versucht man das Gemeinsame in diesen Beobachten die Strukturähnlichkeiten und so versucht man herauszuschälen.

00:48:59: Das ist aber jetzt doch relativ weit weg von dem wie ich Hussl verstanden habe weil dadurch irgendwo der konstruktive Charakter dann doch auch mit dazugehört.

00:49:13: Es ist ja dann irgendwie klar, wenn ich ganz viele Beobachtungen mache und da versuche Ähnlichkeiten zu sehen und so, dann bin ich ja auch wieder daran aus den Beobachten ein Bild zu... zeichnen oder eine etwas zu stricken und dass es da, das man auch widersprechen kann.

00:49:32: Oder sagen kann ich habe aber andere Beobachtungen gemacht oder du hast diese Phänomene vernachlässigt und so.

00:49:38: Das ist jetzt bei dem was ich bei Rosa gesehen hab, das wäre da problemlos möglich.

00:49:45: Hustall habe ich das schon anders.

00:49:46: Ja,

00:49:48: weiß nicht!

00:49:48: Also Rosa ist jetzt ein schönes Beispiel.

00:49:51: warum es geht glaube ich aus meiner Sicht also Es fällt ja auf in dem Buch und im Podcast Und in den vielen Videos die man von ihm findet Jetzt Ende letzten Jahres Anfang diesen Jahres wo er das ganze kommuniziert hat Da gibt es eine Fülle von Beispielen.

00:50:09: Es kann einen ja sogar zunächst nerven diese Beispiele wiederholen sich auch und sie sollen ein Muster deutlich machen.

00:50:18: Dass Beispiele bei ihm eine solche Rolle spielen, ist ja nicht nur angenehm fürs Zuhören sondern das ist phänomenologische Methode.

00:50:26: Das

00:50:26: ist der Anspruch zu sagen guck mal solche Situationen kennt ihr doch alle.

00:50:30: umgang mit Bürokratie-Regeln PIPAPO Und dann der Versuch, Muster zu erkennen, dass wäre Der Versuch zu etwas vorzudringen was unter dieser Beobachtbahn an Beispielen beschreibbaren Oberfläche liegt.

00:50:49: Und jetzt kommt die Kritik.

00:50:51: Meine, unsere ... im Endeffekt doch unsere Kritik ging ja dahin, dass diese zentrale Opposition von Situation und Konstellation, der diese Folge nicht gehört hat, diese beiden kann sie nachhören?

00:51:07: Herzlichen empfehlen.

00:51:07: Ja, herzliche Empfehlung!

00:51:09: Dass diese Opposition eben das fraglich ist ob sie wirklich scharf genug gestellt ist, ob Sie wirklich in der Lage sind uns zu helfen zu den Dingen vorzudringen oder nicht noch an der Oberfläche bleibt.

00:51:25: Also das ist jetzt genau wieder die Frage – Ist das nicht doch ein sehr individueller und eben gerade nicht für allgemeinerbarer Zugang, den wir bei Rosa finden?

00:51:38: Also insofern kann man es bei dem Anspruch, Rosa kombiniert ja kritische Theorie mit Phänomenologie.

00:51:44: Das kennt Seidt in India insgesamt.

00:51:46: also das kann man jetzt bei diesem phänomenologischen Zugang gerade fragen.

00:51:50: er will phänominologisch argumentieren aber holt er den eigenen Anspruch

00:51:56: ein?

00:51:56: Ja oder verstellt

00:51:59: er mit

00:51:59: seinen Folgerungen den Blick auf die Sache dann selbst wieder?

00:52:08: Also, das würde so sagen jetzt zurück zu Husserl.

00:52:11: Das ist ein Problem, dass letzten Endes seinen Ansatz eigentlich scheitern lässt oder zerschellen lässt, dass der Anspruch durch die phänomenologische Methode zum Ding an sich durchdringen zu können – zu einer Wesenschau durchdrehen zu können, subjektivistisch ist, sondern intersubjektiv funktionieren und übereinstimmen müsste.

00:52:40: Dass das einfach nicht funktioniert, dass es sich nicht bestätigt, dass verschiedenste Leute zu verschiedensten Ergebnissen kommen.

00:52:50: Mit dieser Methode der die Intentiones absolut zu bejahen?

00:52:55: Die Voraussetzung auch Erkenntnis geht nicht im kathesianischen Objektdenken auf.

00:53:04: Da stimmen wir zu, aber der Anspruch zu den Dingen selbst vorzudringen in einer Weise die dann eben Erkenntnissicherheit vermittelt, der ist überzogen.

00:53:17: Aber könnte man das Ganze dann einfach quasi ein zwei Gänge zurückschalten und sagen Da hat er etwas Entscheidendes gesehen und führt eigentlich auch auf eine hilfreiche, ich hätte fast gesagt inspirierende Weise über Kant- und über Deckhalt.

00:53:38: Und über diese ganzen, auch diese rationalistischen, auch empiristischen Ansätze hinaus in dem er eben diese Verwicklung des Menschen und diese involviert sein, in die Welt zugesteht.

00:53:55: Aber man müsste ihn vielleicht... Man darf es nicht so steil formulieren auch mit dieser Einsicht dass die Welt zu uns spricht Und wir angewiesen sind Auch das auf ein Relationales Auf ein Dynamisches Miteinander Im Erkenntnisprozess.

00:54:16: auch Das ist immer noch.

00:54:18: Da ist immernoch mindestens eine Interpretationsebene dazwischen.

00:54:22: Also wir stoßen nicht zu der unbestreitbaren, unhintergehbaren Erkenntnis der Wirklichkeit sondern ja da begegnen uns Dinge und ja da haben wir auch Aha-Momente und Erschliessungserfahrungen.

00:54:40: aber auch die sind letztlich sobald wir sie artikulieren sind Sie wieder haben wir sie wieder in unsere Begriffe gefasst und wieder auch bestreitbar und interpretationslastig gemacht.

00:54:56: Ja, also diese Anspruch mit dem übernimmt sich die Phänomenologie.

00:55:03: Die Dinge als solches zu erkennen ist ja doch wieder eine Art Gottesstandbung.

00:55:08: Und das fäbliche Erkenntnis profil auf dass wir, dass wir hier auch vielfältig wissenschaftseeoretisch rekonstruieren können bis hin zur modernen Elementarteilchenphysik, wo man ja auch den Begriff des Gegenstandes, dem man als solche erkennen kann, preisgegeben hat.

00:55:27: Werner Heisenberg hat vor allen Dingen darauf hingewiesen, Karl-Fordig von Weizsäker

00:55:30: usw.,

00:55:32: also da ist das Moment der Wahrheit und das würde ich auch gerne akzeptieren.

00:55:38: aber der Anspruch quasi die Dinge als solche zu erkennen wie sie an sich sind Den halte ich immer für gefährlich, weil es irrational wird und weil es mit absoluten Offenbarungsansprüchen dann eben auch verbunden ist.

00:55:52: Wie fruchtbar das Ganze sich auswirkt.

00:55:54: – noch einmal Empfehlung!

00:55:57: Das kann man bei Immanuel Levinas lesen oder bei Gabriel Marcell auch jemand der ganz stark durch die Phänomenologie geprägt ist.

00:56:06: Und dieser wunderbare humanisierende Gedanke versuche die Begriffe die du dir vom anderen machst, jetzt vor allen Dingen von der anderen Person.

00:56:19: Zu überwinden öffne dich für dein Gegenüber!

00:56:24: Sei bereit deine Begriffe, deine Vor- Urteile zurückzustellen.

00:56:30: Das ist für Lavinas im Grunde dieser Verzicht auf das Kategoriale der entscheidende Impulse und das kann man ohne Phänomenologie eigentlich kaum erkennen, da kommt bei ihm Phänomynologie- und jüdische Religionsphilosophie zusammen.

00:56:46: Vielen Dank Peter.

00:56:46: ich glaube wir haben hier so den Bogen einigermaßen schließen können.

00:56:52: und doch du hast im Vorgespräch auch gesagt es ist kein einfacher Philosopher ist komplex, er hat mehrmals neu angesetzt seine Philosophie darzulegen.

00:57:05: Also es ist jetzt nicht unbedingt die großartigste Bettlecktüre sondern man muss sich da schon rein knien.

00:57:13: aber ich glaube wir haben so eine entscheidende Linie seines Denkens und vor allem seiner auch Erkenntnis Theorie seiner phänomenologischen Darlegen können.

00:57:25: Wißt du, jetzt schon einen Ausblick auf Heidegger machen oder wollen wir das in die erste Heidegerfolge nehmen?

00:57:32: Weil wir haben gesagt er ist ... hat eine Brückenfunktion zwischen Kierkegaer und dann Martin Heidegherr der ja Hussers Schüler war wie Du am Anfang.

00:57:43: Ja

00:57:44: vielleicht reicht es an dieser Stelle auch genau darauf hinzuweisen dass Martin wo es der Assistent war, bei ihm gearbeitet hat.

00:57:56: Sich promoviert hat und das sein Werk ganz wesentlich von der phänomenologischen Methode.

00:58:03: allerdings in einer entscheidend modifizierten Form lebt.

00:58:07: Aber das müssen wir schon in einer eigenen Folge

00:58:09: darstellen.".

00:58:10: Ja, vielen Dank Täter ihr Lieben!

00:58:11: Ihr wisst jetzt schon was wir in der nächsten Folge vorhaben.

00:58:15: Wir gehen auf Heidegger zu.

00:58:16: Das wird ziemlich sicher mehr als eine Folge werden aber wir werden nächstes Mal den Anschluss an Hustler zu zeigen versuchen und auch die Art und Weise in der er dann über seinen Lehrer hinausgeht haben auch eine Folge geplant, in der wir auch die tragische Seite dieser Lehrer-Schüler oder Schüler-Lehrerbeziehung dann im Zeitium des Nationalsozialismus noch thematisieren werden.

00:58:46: Also spannende Dinge warten auf uns!

00:58:49: Wir freuen uns wenn ihr nächstes Mal wieder dabei seid.

00:58:52: Tschüss zusammen!

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