Martin Heidegger (Teil 3): Die Frage nach Gott
Shownotes
Im Zentrum dieser Folge steht die Frage, wie Heideggers Denken die Theologie geprägt hat — und wo seine Religionsphilosophie bis heute provoziert. Es geht um Gottesrede, Metaphysikkritik und darum, wie man von Gott sprechen kann, ohne ihn zum Objekt zu machen.
In dieser dritten Heidegger-Folge von MindMaps knüpfen Manuel und Peter an die beiden vorangehenden Gespräche an und richten den Blick nun auf Heideggers Religionsphilosophie und seinen Einfluss auf die Theologie des 20. Jahrhunderts. Nach der Einführung in sein Denken und der Auseinandersetzung mit seiner politischen Verstrickung geht es diesmal um Metaphysikkritik, Gottesrede und die Frage, weshalb gerade protestantische Theologen so stark auf Heidegger reagiert haben.
Ausgangspunkt ist Heideggers Kritik an der abendländischen Metaphysik. Manuel und Peter zeigen, wie diese Kritik nicht nur die Philosophie, sondern auch eine Theologie trifft, die Gott begrifflich festhalten, systematisch ordnen oder gar beweisen will. Dagegen setzt Heidegger ein Denken, das stärker auf Hören, Sprache, Ereignis und geschichtliche Erfahrung achtet. Seine Rede vom Sein, von der Seinsvergessenheit und vom «letzten Gott» eröffnet Anschlüsse an religiöse Fragen, ohne selbst in eine klassische Dogmatik einzumünden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Rudolf Bultmann und der Wirkung Heideggers auf die protestantische Theologie. Manuel und Peter zeichnen nach, wie Bultmann von existentialen Denkfiguren profitiert, warum seine Theologie des Neuen Testaments so stark vom menschlichen Selbstverständnis her argumentiert und weshalb sein Programm der Entmythologisierung ohne Heidegger kaum denkbar ist. Dabei wird auch deutlich, dass diese Rezeption nicht einfach Übernahme bedeutet, sondern eine eigenständige theologische Zuspitzung.
Die Folge bleibt aber nicht bei der Wirkungsgeschichte stehen. Sie fragt auch kritisch, wo Heideggers Einfluss problematisch wurde: etwa dort, wo historische Aussagen über den Glauben entwertet, Wunder nur noch existential interpretiert oder objektive Rede über Gott grundsätzlich verdächtigt werden. Dem halten Manuel und Peter die biblische Figur der Zeugenschaft entgegen: eine Rede von Gott, die weder distanziert-verobjektivierend noch bloss subjektiv ist, sondern von Erfahrung, Betroffenheit und Offenbarung lebt.
So schliesst diese dritte Folge die Heidegger-Trilogie mit einer dichten Diskussion über Philosophie, Theologie und Sprache ab. Es geht um die Stärke von Heideggers Metaphysikkritik, um die theologischen Chancen seines Denkens und um die Frage, wo seine Impulse befreien — und wo sie in ein neues Korsett führen. Eine Folge über Gottesferne, Sprachsensibilität und die Schwierigkeit, von dem zu reden, was sich nicht einfach festhalten lässt.
Transkript anzeigen
00:00:18: Mindmaps, der Philosophie-Podcast.
00:00:13: RefLab!
00:00:18: Wir sind wieder da bei Mindmapse im Philosophiefodcast.
00:00:24: Ich spreche einmal mehr mit Peter Hempelmann, der mir zugeschaltet ist nicht ganz aus dem Tottenauer Berg aus der Heidegerschen Hütte aber immerhin auch aus einem sehr schönen und beschaulichen Ort im Schwarzwald, den ich auch schon öfter besuchen durfte Peter.
00:00:47: Hallo und herzlich willkommen zu dieser dritten Folge zu Heidegger!
00:00:53: Gibt es da denn überhaupt noch was zu sagen?
00:00:57: Ja aber unbedingt.
00:00:58: wir kommen ja jetzt zum Wichtigsten.
00:01:00: Wir kommen jetzt zur Metaphysikkritik und zu den zwei Formen von Theologie den wir bei Heidegger begegnen.
00:01:08: Ja, sehr schön!
00:01:09: Vielen Dank für das Stichwort.
00:01:11: Wir haben das in der letzten Folge schon angekündigt, dass noch eine dritte Folge zu Heideger aussteht, in der wir ganz besonders Fragen der Religionsphilosophie und dann auch Fragen seines Einflusses auf die Theologie nachgehen wollen – weil Theologie des zwanzigsten Jahrhunderts, ganz besonders für die protestantische Theologie das zwanziger Jahrhunderte auch eine ganz entscheidende Inspirationsfigur war.
00:01:45: Du hast im biografischen Abriss in der letzten und vorletzten Folge schon erwähnt dass es zu einer Begegnung oder sogar zu einem längeren Kontakt zwischen Rudolf Bultmann und Martin Heidegger gekommen ist, alle die jetzt Theologie-Geschichte ein bisschen bewandert sind.
00:02:07: Die wissen, Rudolf Buldmann ist aus der Theologiegeschichte genauso wenig wegzudenken wie Martin Heidiger aus der neuen Philosophiegeschichte.
00:02:21: also da gibt es eine spannende Wechselbeziehung Heidegger in verschiedener Weise die Theologie sehr angeregt.
00:02:36: Diesen Sturen wollen wir heute nachgehen und dann uns auch trauen, an entscheidenden Stellen auch kritisch nachzufragen oder kritisch zu hinterfragen.
00:02:48: Ihr könnt euch also freuen auf diese Folge von Mindmaps und Peter, ich spiele dir den Ball zu um vielleicht nochmal einen Schritt zurückzumachen.
00:03:01: Und nicht gerade bei der Wirkungsgeschichte von Heidegger in der Theologie anzusetzen sondern bei Heidegers Religionsphilosophie selber.
00:03:12: du hast schon aufgezeigt wie Heideger als Existenzphilosof oder Existenzonthologe diesem Begriff des Sein und des Seienden nachgegangen ist, hat seine Philosophie auch eine theologische Unterschrift oder eine religionsphilosophische Dimension, die es zu besprechen lohnt.
00:03:43: und bedingt.
00:03:44: Und ich würde sagen, das macht einen Teil seiner Ausstrahlung aus hat aber auch zu sehr kritischen Rezeptionen geführt weil das was wir bei Heidegger finden an Theologie in Anführungsstrichen man muss ja immer gucken was meint der Begriff im jeweiligen Kontext durchaus bestimmten Rationalitätsstandards nicht genügt, um es mal vorsichtig zu sagen und vielleicht trotzdem seine Berechtigung hat.
00:04:17: Das möge jede Hörerin und jeder Hörwer auch für sich dann entscheiden.
00:04:20: das Spannende.
00:04:22: Und damit sind wir jetzt gerade ja auch eingestiegen ist die Tatsache dass wir im heiligerischen Berg einerseits im Werk selber und dann in der Wirkung dieses Werkes tatsächlich in einer doppelten Weise mit Theologie zu tun haben.
00:04:35: auf der einen Seite der protestantische Versuch von Rudolf Bultmann, der ja nicht nur ein herausragender Exigeed war oder einen nahezu fast alle überragende Exigeet vielleicht mal von Schlatter abgesehen im zwanzigsten Jahrhundert.
00:04:51: Sondern eben auch als Hermeneutiker, als jemand der Denkstrukturen für die Theologie vorgibt vom großer systematischer und dogmatischer Bedeutung.
00:05:02: Das ist das eine, wir wollen im zweiten Teil.
00:05:05: Hast du ja schon angekündigt darüber reden?
00:05:07: Und das andere ist eben, dass Heidega aber selber es riskiert von Gott zu reden und das ist natürlich insofern spannend als er in seiner Frühzeit ja beinahe als Jesuit gestartet wäre mit dem katholischen Theologiestudium begonnen hat und hat das dann aber abgelegt.
00:05:28: Und wir haben durch das ganze Werk von Heidegayndurch eine sehr ambivalente Haltung gegenüber der Theologie.
00:05:34: Auf der einen Seite ein
00:05:36: verstehendes
00:05:37: Nachfragen und auf der anderen Seite eine Distanz, um der wollen wir jetzt auch nachspüren.
00:05:47: Also der Ausgangspunkt ist das was wir schon kennengelernt haben die Rede von der sogenannten ontologischen Differenz Was meint, ich wiederhole das noch mal.
00:06:00: Die Differenz zwischen dem Sein des Seienden.
00:06:03: also wie existiert etwas?
00:06:05: Dekat, Rescogitanz, Res extensa die denkende Sache und die ausgedehnten Dinge der Geist die Materie usw.
00:06:15: Und der vorstellende Zugang zum sein.
00:06:18: Ich kann im Grunde diese Wirklichkeit in den Griff bekommen.
00:06:21: Ich kann sie formulieren kann sie mir vorstellen, und dann kann ich Sie im Grunde im Prinzip sogar nachbauen.
00:06:29: Das wäre die Technik ideal
00:06:31: gesprochen.".
00:06:33: Und auf der anderen Seite eben die Wahrnehmung von Heidegger das Ganze erschließt nicht das Sein!
00:06:42: Wir reden hier nur vom Sein des Seindes, aber was ist das Seint des Seins selber?
00:06:49: Und wir hatten gesehen ... die Funktion von Heidegger sein und seit diesem frühen Hauptwerk bestand, eben genau darin zu sagen.
00:07:00: In der Existenz des Menschen in den ganzen Eigenschaften, er nennt das existenziale, in den Grundzügen des Daseins kommt im Grunde dieses dahinterliegende Seins schon zur Sprache.
00:07:12: Und wir müssen unterscheiden zwischen einem populären Zugang zur Wirklichkeit, wo wir vom Sein reden von der Realität.
00:07:23: Von der Wirklichheit im Anschluss an Platon Aristoteles und die ganzen Klassiker, die der antike, der griechischen Antike mehr oder weniger gefolgt sind.
00:07:33: ich muss jetzt hier notwendigerweise sehr pauschal reden.
00:07:36: es gibt natürlich immer die Notwendigkeit von Differenzierung aber ich glaube im Grundsatz ist das so richtig wiedergegeben Und ich erinnere nochmal an Aristoteles, wo und im Anschluss dann Heideger.
00:07:50: Wo ja im Grunde die erste Philosophie, die Ontologie, die Metaphysik und die Theologie vier Bezeichnungen für dasselbe sind.
00:08:01: In der Metaphysis geht es im Grund um die Theologien Gott ist die Verkörperung oder nein nicht die Verkerberung sondern der Innenbegriff des Systems Wirklichkeit, in dem wir unterwegs sind.
00:08:15: Also so eng sind hier die Dinge miteinander verklammert.
00:08:19: und das ist eben dieser spezifische empirisch-analytische Zugang den wir bei Aristoteles finden und in der Folgezeit im Grunde auch nicht verlassen haben mehr oder weniger nicht von mystischen Nebenströmungen neu platonischer Art usw.
00:08:36: abgesehen.
00:08:38: So, und Heidegger sagt das Ganze ist eben ein einziger Irrweg.
00:08:42: Und wir müssen im Grunde zurück zu einem ursprünglichen Seinsdenken kommen, dass nicht das Sein des Seinen sondern das Seine als solches, als der Ursprung alles Anderen in den Blick nimmt.
00:08:55: Das ist bei Heideger in seiner Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte dann auch der Grund dafür, dass er gar nicht mehr Aristoteles und Platon groß auslegt die kommen natürlich vor Sondern, dass er so ganz dunkle Denker dann heranzieht wie Parmenides und so weiter.
00:09:12: Und bei ihnen hier so Spuren eines ursprünglichen Seinsdenkens entdeckt... ...und die Boarte bei dem Ganzen ist eben das Sein als solche soll zur Sprache kommen.
00:09:27: Das Sein as solche soll erkennbar werden!
00:09:31: Und die beiden entscheidenden Begriffe auf die man dabei, Heidegger?
00:09:35: trifft.
00:09:36: Die sind dann auch sehr hilfreich, Heideger sagt wir müssten von einem seins vergessenen Umgang mit der Philosophie, mit der Wirklichkeit zu einem seines geschichtlichen Umgang kommen.
00:09:50: und damit ist eine entscheidende These verbunden nämlich die These das Gott erspricht wirklich vom Gott oder auch vom Sein SEYN dass sich das ausspricht, dass es sich schon dokumentiert.
00:10:10: Trotz der Seinsvergessenheit der abendländischen Philosophie also ... Das ist seine Fundamentalkritik.
00:10:17: wir haben eigentlich gar keinen Kontakt mit zu dem Sein aber die Götter verweigern sich auch diesem philosophischen Zugriff.
00:10:26: deshalb muss man ursprünglich werden, das muss man neu ansetzen.
00:10:31: Aber Es gibt eben die Möglichkeit, Gott selber wahrzunehmen.
00:10:38: Denn er will sich – ich benutze ein modernes Wort als Kumpelherdiger so nicht vor – er will es sich manifestieren.
00:10:45: Wie er das tut.
00:10:46: auch körper können wir nachher noch mal ein Stück weit reden also ganz entscheidend auch gegenüber sein und Zeit der Übergang vom seins Vergessenen zum programmatisch Seins geschichtlichen Denken.
00:11:02: Da geht er in seinem späteren Werk dann nochmal über seine Zeit hinaus, ich darf kurz noch sagen dass es hier ein Buch gibt das in der Substanz zwischen thirty-sechsten und achtunddreißig entstanden ist und das dann nötzelt fünfundachtzig erschienen ist philosophische Beiträge Das Ereignis.
00:11:24: also wer das was wir jetzt besprechen nachvollziehen will der findet das vor allen Dingen diesem buch
00:11:29: ja Ja.
00:11:30: Und also kann man sagen, nach diesen einführenden Bemerkungen von dir könnte man sagen das Heidegos Kritik an der abendländischen Philosophie und an diese metaphysischen Denken darauf hast du ja auch schon Bezug genommen in den letzten Folgen dass diese Kritik natürlich auch die abend ländische Theologie trifft, die ganz wesentlich verflochten ist oder aufgebaut ist.
00:12:03: Auf diesen abendländisch-metaphysischen Grundannahmen und Heidegers Philosophie seine Kritik an einem Denken das Einteilt kategorisiert, systematisiert aus einer Metadistanze heraus.
00:12:21: diese Kritik trifft auch eine Theologie die nach dieser Methode verfährt und dann im Sinn einer vielleicht systematischen Theologie versucht, sich so zu Recht zu legen.
00:12:40: Dass sie eben vertraulich werden und verständlich werden aber eigentlich dann weder zum Sein in Heidekerschen Sinne noch zur Wirklichkeit Gottes wirklich vordringt.
00:12:58: Ja, das ist mit Sicherheit so und er hat ja in seiner Habilitation über Dunskotus sich auch sehr intensiv mit der Scholastik beschäftigt also mit dieser mittelalterlichen Synthese von Philosophie und Theologie.
00:13:18: Natürlich gekannt die Syntheseversuche in der Aufklärungszeit, in der Neuzeit und in der Moderne.
00:13:25: Und sein Verdick gilt weitgehend nicht universal aber eben genau diesen Formen von Theologie, die sich diesen philosophischen Aussagemöglichkeiten auch angepasst hat.
00:13:39: also da wo Theologie sich im metaphysischen Bahn bewegt also wo sie versucht die Wirklichkeit Gottes vorstellend oder sogar beweisend, begrifflich zu fassen.
00:13:52: Wo der Versuch vorliegt dogmatisch zu reden – das heißt abstrakt, die Wirkigkeit Gottes auf Flaschen zu ziehen!
00:14:00: Da ist Heidegers Kritik natürlich.
00:14:04: Wie Roland trifft sie nicht nur die abendenische Philosophie sondern eine Theologie, die ihr da folgt?
00:14:10: Interessant es dass er Luther davon ausnimmt Und in Luther jemanden sieht, der eben genau diese Hochzeit infrage stellt und der zu einer jetzt wirklich sehr abgekürzt formuliert existenzielleren, existenzbezogeneren Form der Wahrnehmung der Wirklichkeit Gottes Anleite.
00:14:32: Ja
00:14:34: ich will dich nicht auf Abwege bringen damit aber als zuvor von diesem Wie war der Titel?
00:14:42: mit dem Begriff Ereignis.
00:14:44: Beiträge zur Philosophie, dass er eignet?
00:14:47: Ja
00:14:47: genau das Ereignis!
00:14:49: Was mir da in den Sinn gekommen ist und ich weiß nicht wie weit diese Parallele oder diese Verbindung trägt aber du hast ja an anderen Stellen ins Rühren folgen als wir zum Beispiel über Pascal gesprochen haben oder über Hamann.
00:15:06: Hast Du auch immer wieder dieses biblische Verständnis des Wortes als ein Ereignis, dieses Dabar.
00:15:16: Dass das eben nicht nur Wort ist oder nur distanzierter Begriff oder
00:15:22: nur objektive
00:15:24: Anschauung sondern dass quasi ein Eereignis bezeichnet, das mich auch angeht und eine existenzielle Erfahrung mit einschließt und von dem ich mich auch nicht einfach rational distanzieren kann oder so.
00:15:42: Das ist mir jetzt wieder in den Sinn gekommen, als du diesen Buch- oder Aufsatztitel genannt hast.
00:15:49: Ein Stück weit könnte man schon an einem biblisch hebräischen Verständnis von Wortereignis Betroffenheit her, diesen Aspekt mindestens des Heidegerschen Denkens auch mal stark machen.
00:16:14: Oder geht das zu weit?
00:16:16: Ist es quasi zu sehr hingebogen?
00:16:21: Nein natürlich müssen wir immer aufpassen dass wir uns nicht berechtigterweise den Vorwurf zuziehen Wir würden Leute hier und in den ins Christliche Lager hinüberziehen als Beleg für die Wahl des christlichen Glaubensvereinnahmen.
00:16:36: Da müssen wir wirklich sehr vorsichtig sein, Heidegger war das selber.
00:16:40: aber das was du feststellst dimm jetzt einfach auch.
00:16:43: zunächst einmal.
00:16:45: also ich möchte aufmerksam noch mal machen auf die Kategorie des seins geschichtlichen.
00:16:49: Das ist etwas, was eigentlich für traditionelles philosophisches Denken ein hölzendes Eisen ist.
00:16:57: Metaphysik ist eine Sache, die fragt nach dem Wesen der Dinge und macht das auch fest.
00:17:03: Und das Geschichtliche ist dem gegenüber ja gerade, dass sich entziehen gegenüber solchen Bestimmungen.
00:17:10: Dann die Kategorie des Ereignis, das ist eine durchgeschichtliche Kategorie Und Heidegger entfaltet das auch in sehr tastenden Formulierungen, was dieses Ereignis ist.
00:17:22: Und vielleicht kommen wir dazu nachher auch noch mal ... Entfaltet sogar so etwas wie eine ... Seinsessertologische Figuration.
00:17:33: ein Heidegers Schüler Harald Säubert hat das so formuliert und zusammengefasst ja?
00:17:38: Also ... Vielleicht um das nochmal deutlich zu machen Dieser Gott ist unterwegs, er will sich zeigen und die Menschen das Dasein, die ihn eigentlich wahrnehmen müssten.
00:17:57: Die für ihn empfänglich sind, die verweigern sich ihm durch dieses rechnende, quantifizierende Vorstellende denken.
00:18:06: Das heißt sie gehen an seiner – ich sage es jetzt theologisch, pardon!
00:18:11: Offenbarung an seiner Manifestation vorbei.
00:18:15: Als sich Heiliger spricht dafür, davon dass sein ist nur zugänglich im Ereignis in der Erechnung der Verweigerung.
00:18:23: Er über ... Wenn man diese Figur dann hört also er fragt wo is denn dann Gott noch wenn wir uns ihm verweigern?
00:18:31: und er sagt ja gerade im Eereignis der Ver weigerung da kann man diesen Gott dann ein Stück weit noch spüren.
00:18:39: Er entzieht sich und das erinnert natürlich, ich glaube, dass hast du eben auch mit ansprechen wollen.
00:18:46: Das erinnerte natürlich an Johannes I., er kam in der Seinige und die Seinigen nahmen ihn nicht an.
00:18:52: Ja also die Entzogenheit, dass sich entziehen Gottes, die Nichtsichtbarkeit Gottes angesichts der Verweigung des Menschen, der nicht bereit ist sich auf diesen Gott letztendlich einzulassen.
00:19:06: Oder man könnte auch ersten Konter ein zitieren, wo von der Torheit des Kreuzes die Rede ist und dass die Menschen in ihrer Weisheit – weisheit, philosophischen Weiszeit an dieser Manifestation des Seins, an dieser manifestation Gottes gerade vorbeigehen.
00:19:24: Also es hat tatsächlich diese Züge und Heidegger erwartet dann auch, es wird hier immer spekulativer und ein Stück weit auch diffuser, immer mehr umschreibend, er erwartet da auch das ist zu einem solchen letzten Ereignis zudem letzten Gott kommt.
00:19:45: Also in diesem Buch über Beiträge zur Philosophie vom Ereignis, da gibt es eine Fuge, die Fuge VI und die hat den Titel Der Letzte Gott wo er eben beschreibt... das muss ich jetzt einfach noch ausführen Das ist sogenannte Lanthanontengibt also Verborgene Die ein Empfindung haben für die Entzogenheit Gottes aber trotzdem aus dem Bewusstsein seiner Gegenwart leben und die das kommen, dieses zukünftige Kommen Gottes vorbereiten.
00:20:20: Dass es sozusagen eine prophetische Elite, die profitisch lebt und redet.
00:20:25: Also nur um mal ... Um zu reisen was da an Theologie letztendlich passiert ja?
00:20:31: Es ist keine christliche Essertologie aber es ist eine, die doch in einer gewissen Analogie- und Parallelität zur christlichen Essertologie gebaut ist.
00:20:41: Jetzt hast du schon eigentlich ganz viele Anknüpfungspunkte oder Andockstellen genannt, mit denen man Heidegers philosophisches Denken auch theologisch und spezifisch sogar christlich-theologisch ausziehen, einverleiben könnte oder daran konstruktiv anschließen könnte.
00:21:07: Heidegger selber hat das nicht getan.
00:21:09: Also wir wollen ihn jetzt nicht zu einem quasi, zu einem christlichen Denker verklären aber es gibt da durchaus konstruktive kreative Anschlusspunkte und das ist auch gemacht worden.
00:21:27: eine Grundfigur die ich einfach nochmal festhalten wollte für Heidecker Philosophie ist nicht etwas, was aus objektivierender Distanz geschehen kann.
00:21:48: Und mit der man dann die Welt und die Wirklichkeit systematisierend einteilt und sie eigentlich auch verfügbar macht sondern es geht um etwas sehr viel sehr viel Existenzielleres und das ist natürlich eine Denkfigur, die sich auch christlich-theologisch durchaus nahelegt.
00:22:14: Da bietet es sich geradezu an, auch Kritik zu üben an der theologischen Metaphysischen Tradition zu plädieren, nicht nur für eine Philosophie sondern auch für eine Theologie die das Leben und die Geschichte und das Sein und dass die existenzielle Betroffenheit ernster nimmt als es irgendwelche – ich sage jetzt mal ein bisschen – polemisch-scholastischen Gedankenspielereien getan haben.
00:22:56: Ja!
00:22:57: in der Tat.
00:22:59: Ich komme doch mal gerade auf was zurück, was du eben auch angedeutet hast.
00:23:05: also wenn wir jetzt hier versuchen den Heideger so ein bisschen theologisch einzuordnen und auch anzudocken ist noch einmal ganz wichtig dass heideger natürlich grade auf der Basis seiner Metaphysikkritik sagt Wir dürfen keine neue Theologie entwerfen.
00:23:19: also das wäre jetzt Wirklich der Sündenfall in der Rezeption.
00:23:23: Wenn man sagen würde, ja die christliche Eszatologie sieht so aus und die Heidegerscheu sieht so Aus hat den und den Vorstellungszusammenhang also das nur noch mal unterstrichen auch damit wir uns absichern Dieser vorstellende Modus ist der sünden fall als solcher weil wir eben uns nicht von dem da sein durch dass dieses Sein zur Sprache kommen will, distanzieren können.
00:23:52: Das abstrakte Reden unterstellt ja eine Unwahrheit nämlich dass wir in der Lage sind Dinge an sich zu formulieren die Existenz unabhängig gelten.
00:24:02: Wir haben das bei Kirkegaar eigentlich schon betont.
00:24:05: Das ist ja die kirkegarische Einsicht.
00:24:06: es gibt keine in der Kritik an Hegel.
00:24:09: Es sind falsche Vorstellungen wenn wir meinen die Welt in Begriffe fassen zu können die als solche in sich unabhängig von der Existenzbedreutung haben.
00:24:19: Und das muss man bei Heidegger tatsächlich immer mit bedenken und das beste Beispiel dafür ist natürlich das Thema Gottesbeweiser, jedenfalls in dem klassischen gängigen populärwissenschaftlichen Sinn.
00:24:33: Wir haben bei Thomas von Akwing gesehen, dass man das jetzt nicht im Sinne einer mathematischen Beweistheorie verstehen darf aber so wird es ja sehr oft verstanden.
00:24:44: Letzter Punkt, den ich ... Ich arbeite das nur nach, was du alles so kurz
00:24:49: gelassen hast.
00:24:50: Das, was ich bei Heidegger faszinierend finde ist diese Haltung des Höhrends eben.
00:24:58: wir reden nicht über Gott machen Theorien über Gott Wir spekulieren nicht über gott Sondern wir machen die Ohren.
00:25:06: das geht jetzt hier nicht mit dem Kopfhörern aber wir sparen machen die Ohren ganz weit auf.
00:25:13: Wir versuchen wahrzunehmen, wir nehmen uns zurück und bei Heidegger passiert das – das liegt jetzt nahe zu ergänzen – in dem er sagt, dass Sein spricht sich aus in der Sprache.
00:25:26: Die Sprache ist das Haus des Seins eine ganz berühmte Formulierung von ihm.
00:25:32: Und dann wenn man also fragt ja was können wir denn über das Sein wissen?
00:25:39: Wo treffe ich denn auf das sein, wenn es sich meinen Theorien letzten Endes entzieht?
00:25:44: Da sagt er in der Sprache der Dichtung.
00:25:47: Und seinen Hauptgewehrsmann dafür ist übrigens seit den dreißiger Jahren schon aber verstärkt eben nach dem zweiten Weltkrieg Friedrich Hölderlin oder Georg Trackel Paul Celan und was er macht im Grunde dass er bestimmte Dichtungen oder auch die Sprache abklopft, darauf was sich in ihr dokumentiert.
00:26:16: Das gibt seiner Philosophie dann einen fast esoterischen und auch mystischen Zug – ich muss natürlich bereit sein mich darauf einzulassen!
00:26:28: Er ist der Goro.
00:26:29: wir folgen ihm in seinen Endverbindungsstrich Deckungen.
00:26:35: Wir müssen das nicht tun.
00:26:37: Aber das erklärt eben auch die ganz große Zahl von Heidegger Jüngern, die andächtig sein und Zeit lesen oder auch spätere Veröffentlichungen.
00:26:46: Etwa hier vom Ereignis usw.
00:26:48: Und sagen ja jetzt bekomme ich ein Gespür davon was hinter den Dingen letzten Endes liegt und was wir durch unseren berechnenden Weltumgang ständig verfehlen.
00:27:00: Ja, und auch hier legen sich jetzt natürlich biblisch-christliche Brückenschläge einfach sehr, sehr nahe ohne Heidegger selber jetzt dafür vereinahmen zu wollen.
00:27:15: Aber wenn du dieses Hören-Start machst das ist natürlich auch in einer biblisch Ebräischen Wirklichkeitsauffassung und auch in der Christien Tradition das Hören, das Ohr entscheidende Organ, quasi.
00:27:31: Das Christentum und auch das Jungtum ist ja eine Religion des Hörens und nicht so sehr des Sehens – es ist nicht zu sehr das Auge und der Sehen sondern das Ohr und das Hören.
00:27:44: und damit verbunden dann natürlich eine enorme Wertschätzung der Sprache und des Wortes, dass eben nicht nur in ihr irrationalen Äußerungen aufgeht, sondern indem sich das Leben und das Bewusstsein, die Personalität auch Gottes selber ausdrückt.
00:28:07: Das sind natürlich schon Brückenschläge, die sich an dieser Stelle absolut nahe legen!
00:28:16: Ja,
00:28:16: und es ist ja auch jetzt nicht unbedingt eine ungebührliche Vereinahmung Heidekers wenn man mindestens die Vermutung anstellt dass sich in solchen Aspekten seines Denkens auch eine christlich-katholische Sozialisierung mit Auszug verschafft oder was er vielleicht eine besondere Sensibilität dafür auch gewonnen hat.
00:28:43: Er ist ja auch nicht quasi kontextlos vom Himmel gefallen, mit seinem Denken ein.
00:28:49: Also er hat hier Kategorien vorgefunden und aufbewahrt die ihm geholfen haben das was er sagen möchte zur Geltung zu beherren.
00:28:59: also mindestens das kann man sagen dass da eine gewisse Parallelität besteht greift in einem enormen Umfang im Grunde auf biblisch-theologische Grundeinsichten zurück.
00:29:13: Also hören haben wir gerade bei dir jetzt schon betont, dann die Gottesferne ja?
00:29:20: Das ist ja ein Hauptelement warum es wie das auf dieser Welt so aus wie es aussieht weil Menschen ihnen einer Gottesferner leben Weil sich Gott selber verweigert.
00:29:32: da sind doch Da sind alles auch nicht nur Denkfiguren, sondern Erfahrungen die sich in den biblischen Traditionen als elementar niedergeschlagen haben.
00:29:45: Wir begreifen Gott nicht, sondern er muss uns Kunde geben und damit er das kann müssen wir bereit sein zu hören.
00:29:54: Ich habe hier nochmal es ist schwierig man könnte seitenlang vorlesen und das geht ja in so einem Medium nicht aber ein Zitat ein zentrales Aus dem er aus dieser genannten Schrift beiträge zur Philosophie vom Ereignis, wenn es Götter waren die jetzt und seit Langem auf der Flucht vor den Menschen sind.
00:30:18: Warum?
00:30:19: Weil die Menschen sie vertreiben dann muss dieses sich verweigern des Gottes ein ungeheures Geschehnis sein dass wohl einem einzigen Ereignis zutreibt, das wir kaum Wagen dürfen zu nennen.
00:30:39: Kaum Wagen durften zu nenn'n heißt macht bitte keine Dogmatik da draus!
00:30:43: So, das ist der christlich-theologische Erwege.
00:30:46: Aber es ist trotzdem oder gerade deshalb eine Wirklichkeit die so gewaltig is', dass ich sie gar nicht auf begriffliche Flaschen bringen kann ein Eregniss auf das etwas zutreibt.
00:31:01: Und für Heidegger ist diese Gott-Vergessenheit, Seinsverlorenheit oder er spricht vom Fehl Gottes.
00:31:09: Also fehlen das ist so eine heidige Wortbildung jetzt wieder als dem zentralen Merkmal der Realität die wir erleben.
00:31:18: also da werden uns wirklich theologische Kategorien zur Deutung angeboten.
00:31:23: Also, man könnte sagen da werden uns theologische Knochen hingeworfen und einer der diese Knoche aufgegriffen hat war Rudolf Pultmann.
00:31:37: Den haben wir in der Einleitung auch schon erwähnt, einer der wichtigsten protestantischen deutschsprachigen Theologen des letzten Jahrhunderts exe geht und darüber hinausgehend ein christlicher Denker, der ganz entscheidend von Heidegger profitiert hat.
00:31:59: Und vielleicht schlagen wir an dieser Stelle die Brücke zur Rezeption von Heidelger im Raum der Theologie.
00:32:10: Bult man profitiert von Heideggers Philosophie ganz entscheident?
00:32:17: Vielleicht kannst du hier einige Linien ausziehen.
00:32:23: Mir ist aus meinem Theologiestudium auf jeden Fall noch diese Einsicht vertraut, dass auch bult man sich gegen die verobjektivierende Rede von Gott gestellt hat und dafür eingetreten Das wirst du dann bestimmt auch noch referieren, dass man eigentlich so gar nicht von Gott reden kann.
00:32:53: Dass quasi eine Gottesrede aus einer objektivierenden, einteilenden Distanz notwendigerweise ins Leere geht.
00:33:04: genauso könnte man sagen mit Heidegger und auch schon mit Kirkegaar genau wie eine Philosophie die verobjektivierend über das Leben und die Wirklichkeit aus Metadistanz spricht notwendigerweise ins Leere geht.
00:33:21: Aber ich will dir nicht vorgreifen, vielleicht wirst du mal aus, worin die Beeinflussung Bultmanns durch Heidegger besteht?
00:33:34: Und eben – die beiden haben sich gekannt und sind sich begegnet!
00:33:38: Das ist nicht nur eine literarische Verbindung, sondern die haben sich quasi in Marburg über den Weg gelaufen immer wieder.
00:33:49: Ja
00:33:50: und sie haben sich sehr gut verstanden und haben auch zusammen Veranstaltung durchgeführt.
00:33:56: das ist also schon sehr spannend was ja ein Hinweis darauf ist dass es da von beiden Seiten offenbar den Eindruck gab dass es sich lohnt sich aufeinander einzulassen Und die Begegnung mit Heidegger hat im Werk Rudolf Boltmanns tiefe Spuren hinterlassen, den wir gleich auch noch ein bisschen nachgehen müssen sollten.
00:34:17: Auf der anderen Seite ist ziemlich schwierig diese Frage, die du gerade gestellt hast, sachgemäß zu beantworten, weil man nicht einfach sagen kann, Heideger hat den Boltmann in seiner Theologie bestimmt, sondern ganz wesentliche Impulse hat Rudolf.
00:34:33: Und jetzt kommt noch mal der Name, der heute schon immer wieder gefallen ist und auch in der Sitzung davor über Heidegger.
00:34:44: Nämlich den Namen von Søren Kierkegerln.
00:34:47: Sørem Kirkegar, dass Dieewski diese Spur von Existenzdenken hat – auch für Rudolf Boltmann unabhängig von Heidegern schon eine ganz große Rolle gespielt!
00:34:59: Wenn man Bultmann ein bisschen einordnen will, dann muss man von der Aufbruchsbewegung der dialektischen Theologie sprechen.
00:35:07: Der in Hauptvertreter eben Karl Barthes und neben ihm dann eben auch Rodolf Bult Mann, Eduatörneisen und einige andere mehr die die Theologie befreien wollten von einem hoch anspruchsvollen aber eben im Grunde systematisierenden Korsett und die den erlebten Eindruck hatten, in dem was wir hier an Systembildung treiben auf allerhöchstem Niveau kommt die wirkliche Existenz.
00:35:46: Und auch die religiöse Erfahrung also die die wirklichen Existenzen nicht wirklich vor nicht angemessen vor.
00:35:53: man muss immer vorsichtig sein mit zu pauschalen Urteilen.
00:35:56: Und ein sehr schönes Zeugnis, das man nur empfehlen kann.
00:36:02: Für diese Einsicht Boltmanns ist der einen berühmte Aufsatz von Nr.
00:36:06: neunzehntzwanzig welchen Sinn hat es vor Gott zu reden?
00:36:10: Ja!
00:36:10: Man kann diesen Titel natürlich in einem doppelten Sinne verstehen oder muss ihn in einem Doppelsinn verstehen.
00:36:17: welche Sinn hat's überhaupt vor Gottzureden
00:36:19: ja
00:36:20: aber Boltmann meint diesen Diese Frage noch mal in einem anderen Sinne.
00:36:24: Er meint sie nämlich, in dem Sinne kann man eigentlich sinnvollerweise über Gott reden?
00:36:31: Das ist letzte Endes gemeint und die Grundfigur dahinter ist das Grundargument des einen ganz schnell nachvollziehbarst Wenn Gott wirklich die allesbestimmende Wirklichkeit ist wenn er dass es was Christen Juden von ihm glauben dann kann ich doch nicht in meinem Reden so tun, als wenn ich ihn an sich bestimmen könnte.
00:36:54: Sondern da muss ich doch ernst machen mit der Einsicht das in dem Moment wo... über ihn rede, ich von ihm selber schon betroffen bin.
00:37:03: Das heißt, mein Reden von ihm muss immer reflektieren, dass ich in dem Moment von ihm rede, von ihm schon betroffene und bestimmt
00:37:11: bin.".
00:37:11: Ja?
00:37:12: -"Das ist der sehr schnell-und-sehr einfach nachzuvollziehende Gedanke.
00:37:16: Und das ist nichts anderes als das was wir auch bei Søren Kierkega schon gesehen und gefunden haben.
00:37:23: Bultmann schließt daran an, in gewisser Weise Kalpat auch und andere
00:37:27: auch.".
00:37:29: Diese Denkfigur, die natürlich sehr stark von dieser Bestimmung Gottes als alles bestimmende Wirklichkeit lebt.
00:37:37: Da könnte man auch noch einmal kritisch zurückfragen.
00:37:41: aber wenn man das mal eingekauft hat Gott als Allesbestimmende-Wirklichkeit dann müsste jemand der verobjektivierend über Gott spricht eigentlich aus der Wirklichkeit heraustreten was nicht möglich ist.
00:37:55: Das ist quasi wie wenn ein Embryo sich Gedanken machen sollte über seine Mutter oder so.
00:38:06: Man bewegt sich in dieser Wirklichkeit, die von Gott durch und durch bestimmt ist und hat quasi den Standpunkt kann man gar nicht einnehmen, angemessen über diesen Gott zu sprechen?
00:38:24: Danke für die sehr freundliche vorsichtige Korrektur.
00:38:28: Ich habe das eben etwas zu pauschal formuliert, du hast es viel schöner gemacht mit dem Bild von der Mutter.
00:38:37: also
00:38:38: wenn
00:38:39: Es Zu mir gehört dass ich in einer Bindung drin bin Dann kann ich über den an denen ich gebunden bin, nicht einfach abstrakt sprechen.
00:38:53: Das wäre jetzt glaube ich das viel vorsichtigerer und viel angemessenere Bild.
00:38:58: Also ... Ich kann mich nicht aus dieser Relation herausreflektieren!
00:39:02: Ich kann das versuchen aber es wird immer unwahr sein weil ist nämlich die Wirklichkeit in der ich drin stehe unberücksichtig lässt Und das ist...das ist die Kategorie.
00:39:14: Und das andere wäre tatsächlich ja schon wieder ein metaphysisches Reden gewesen.
00:39:18: Ich könnte es jetzt noch retten, dadurch dass ich sage Ja Gott ist auch da die allesbestimmende Wirklichkeit wo ich mich ihm entziehe und dann aber quasi unter einer negativen Wirkung stehe Dadurch dass mir etwas fehlt.
00:39:32: Aber das will ich gar nicht tun.
00:39:34: Das Bild von der Bindung ist ein sehr schönes.
00:39:38: Ich bin halt eben einfach betroffen eingebunden in ein Wirklichkeitsnetz, von dem ich mich nur scheinbar abstraktes dann sehen kann.
00:39:47: Ja
00:39:47: genau!
00:39:47: Das
00:39:48: ist die Grundeinsicht
00:39:49: und deshalb ist quasi die bultmanische Theologie auch als Existenz oder existenzial Theologie bezeichnet worden weil sie eben von dieser Betroffenheit durch die Wirklichkeit Gottes ausgeht und gar nicht will Theologie betreiben in einem Modus, der sich selbst quasi aus der Gleichung herausnimmt.
00:40:16: Und das sind ja schon sehr unmittelbare Parallelen sowohl zu Kirkegaar wie zu Heidegger die Philosophie – nicht unabhängig oder außerhalb einer existenziellen Betroffenheit denken können oder wollen?
00:40:37: Das Ganze, also ist ansatzweise bei... Wollt man eben auch schon vor der Begegnung mit Heidegger.
00:40:44: da findet aber dann quasi eine philosophische Fundierung.
00:40:49: Es findet ... Eine philosophische Begrifflichkeit.
00:40:53: das ist denke ich hoffentlich auch ansatzweise deutlich geworden dass wir auf sowas beheidiger treffen.
00:40:59: und wie?
00:41:00: Man muss im Grunde heidegerianisch lernen um ihn wirklich auch verstehen zu können.
00:41:06: Und wenn man mit heitiger Jüngern unterwegs ist, geht das gar nicht anders.
00:41:10: Also es findet hier ein neues Doch-System, dass zu sehr starken theologischen Konsequenzen führt.
00:41:22: Aber zunächst einmal vielleicht noch mal der eigenständige Beitrag.
00:41:26: Es ist faszinierend, wenn man Bulkmann auf diese existenzial ... Ontologie als Hintergrund anspricht.
00:41:34: Also Heidegger konzentriert sich auf das Existenzverständnis und sagt, über dass da sein kommt im Grunde das Sein erst zur Sprache.
00:41:45: Wir sollen nicht abstrakt philosophieren ontologisch sondern wir sollen es auf den Menschen konzentrierend.
00:41:52: Und wenn man jetzt Bultmanns Hauptwerk nimmt oder vorsichtiger formuliert ein seiner Hauptwerke er hat viele große Werke geschrieben, dann ist das eine Theologie des neuen Testamentes.
00:42:04: So Ende der vierziger Anfang der fünfziger Jahre in mehreren Teilen entstanden.
00:42:09: und wenn man sich dieses Buch anschaut... Man muss es gar nicht lesen, man reicht, wenn man die Gliederung anschaut, dann entfaltet Bultmann die Theologie also die Lehre von Gott nicht abstrakt etwa in einer Sammlung von Aussagen über die Eigenschaften Gottes sondern Er nimmt die anthropologischen Grundböcker für, wie sie bei Paulus etwa begegnen zum Ausgangspunkt um über Gott zu sprechen.
00:42:41: Also der Mensch als Spiegel der Wirklichkeit Gottes.
00:42:46: ja also das ist schon ein genialer Schachzug dass das Fleisch etwas eine zentrale Kategorie in der Bibel oder die Seele oder was auch immer.
00:42:58: Und vom Selbstverständnis des Menschen her werden dann die entsprechenden Aussagen über Gott abgeleitet.
00:43:06: Aber sie werden eben nicht abstrakt getroffen, sondern hier so erroben.
00:43:11: Das wäre mal eine Parallele auch, die wir bei Rudolf Bultmann finden?
00:43:17: Ja oder eine Linie, die Bult Mann auszieht und sich bei Heidecker eben ansatzweise auch schon findet.
00:43:31: Bultmann ist aber ja auch berühmt geworden, bekannt geworden in manchen Kreisen sehr berüchtigt geworden durch sein Programm der Entmythologisierung des neuen Testamentes also durch seinen Versuch auch hinter die mythische Gestalt der Neutestamentlichen Erzählungen zurückzufragen, eben nach diesen existenziellen Erfahrungen die sich da niederschlagen und die sich dem heutigen Leser oder der Leserin auch dann erschließen gibt es hier Gibt es hier auch eine Verbindung zum Heidegger?
00:44:18: schon denken oder hat er hier auch profitiert in seinem Entmythologisierungsprogramm von Heidecker?
00:44:25: Und wie ist das, wie würdest du das einschätzen.
00:44:31: Ja da gibt es tatsächlich auch eine sehr starke Wirkung und hier sind dann auch philosophische Voraussetzungen die Boltmann wenn ich das schon mal kritisch sagen darf nicht aus den biblischen Zeugnissen selbst bezieht die sich dann auswirken.
00:44:47: Also wir sprachen ja von der nicht-objektivierenden, nichtgegenständlichen Rede.
00:44:53: Also zentral für diesen Ansatz ist das sogenannte Nicht-Objektivierungspostolat.
00:45:00: Denn objektivieren würde ja gerade, wie wir gerade referiert haben, würde ja bedeuten ich setze mich in ein abstraktes Verhältnis und so wie wir das beschrieben haben glaube ich kann man das auch nachvollziehen.
00:45:14: Aber bei Bultmann wird das Zweidrehungen weitergetrieben, ich darf überhaupt nicht mehr von Gott reden.
00:45:20: Das wäre eben ein völlig unangemessener Modus.
00:45:24: und jetzt gucke ich ins neue Testament und da geht dieser Jesus umher als Verkörperung Gottes.
00:45:31: Da passieren Wunder!
00:45:33: Und da tritt Gott auf.
00:45:35: Er tritt in der Geschichte, in der Universalgeschichte auf.
00:45:38: Lukas
00:45:39: II.,
00:45:39: die Weihnachtsgeschichte, der universalgeschichtliche Rand usw.
00:45:42: und so weiter...und so weiter.
00:45:44: Da sagt Bultmann – das ist natürlich schon die Frage, warum tut er das?
00:45:48: Das ist alles eigentlich gemessen an dieser philosophischen Einsicht unangemessene Rede!
00:45:57: Das müssen wir entmythologisieren.
00:46:00: Wir dürfen es nicht ver.
00:46:01: abschieden, sondern wir müssen es richtig interpretieren.
00:46:05: Wir müssen also gucken was für ein Existenzverständnis liegt hinter dieser nicht angemessenen unangemessen objektivierenden Redeweise.
00:46:19: und hier entsteht dann das Doppelprogramm der Entmythologisierung des neuen Testamentes.
00:46:25: Mythos ist für Bulkmann jede Form objektiverender Rede von Gott und umgekehrt existenzialen Interpretation.
00:46:32: Ich verwerfe also die Bibel nicht, aber ich muss sie eben richtig
00:46:36: interpretieren.".
00:46:38: Und dass es richtig ist – das weiß Pultmann von Heidegger her!
00:46:41: Das ist das eigentliche, das essentielle.
00:46:43: So muss man mit den Dingen umgehen.
00:46:46: Und das führt dann zu massiven Konsequenzen.
00:46:50: Ich kann eigentlich nicht mehr dogmatisch reden von Gott da nicht?
00:46:57: historisch nicht schauen, denn das Historische wäre ja wieder das Sichernde, das Vorstellende.
00:47:05: Ich muss – es ist jetzt ein weiteres Werk von Bouldmann – eigentlich die historischen Stützen des Glaubens zerschlagen.
00:47:14: Es ist ein gesichertes Ergebnis weltweiter historischer Jesusforschung dass die synoptischen Traditionen auch das Johannes Evangelium im wesentlichen historisch zuverlässig sind.
00:47:26: Bultmann geht hin in seiner Geschichte der synoptischen Tradition, guckt die synoptische Stoffe also die verschiedenen Geschichten durch und kommt für neunzig Prozent der Stoffen zu dem Ergebnis alles nachösterlich.
00:47:38: Ja wie sage ich es jetzt freundlich?
00:47:40: Nicht erfunden aber erdacht ja Brut auf Geisterfahrung usw.
00:47:45: Es ist jedenfalls nicht ursprünglich vor österlich.
00:47:49: Und wenn man das dann liest vor allen Dingen wenn man die Begründungen des großen Meisters, der ja ein Meister seines Wachs ist.
00:47:59: Er wahrnimmt – da merkt man wie er hinter seinen eigenen Standards zurückbleibt – das Beweisziel ist eben zu zeigen, dass Urkristentum hat nicht auf einer historisch sauberen sicheren Grundlage existiert sondern es geht in den Neutester-Mendichzeugnen um das Kerekmar und das Selbstverständnis darum, dass ich mich in Gott geborgen fühlen darf!
00:48:24: Die ganzen Wundergeschichten sind uneigentlich verstanden, wenn ich auch nur ansatzweise auf die Idee komme sie für historisch zu halten.
00:48:31: Ja also... Aber dann könnte man sagen wie Bultmann war eben der Zweifel an der Historicität, an der Geschichtlichkeit der Neutestamentlichen Zeugnis, der Zweifel daran dass sich die Dinge wirklich so zugetragen haben wie sie hier berichtet werden und die Einsicht das doch alles viel viel später erst entstanden oder verschriftlich wurde.
00:49:06: Das war für ihn eben keine Bedrohung des Glaubens wie er ihn verstanden hat, sondern man könnte sagen das kam ihm eigentlich gerade zu Pass weil er auch zeigen wollte dass der Glaube eben gar nicht an diesen Ereignissen hängt beziehungsweise sich an dieser mythologischen Rede von Gott fest macht.
00:49:31: Sondern in einem in einer dahinterliegenden oder darin sich ausdrückenden Existenzerfahrung, die Menschen auch heute noch machen können.
00:49:44: Ich würde jetzt doch ein bisschen einfach in Klammern noch ansügen.
00:49:49: Bultmann hat natürlich auch als Neutestamenter exe geht – in einer Zeit gewirkt in der ja die neue testamentliche Wissenschaft auch sehr stark geprägt war von diesen ganzen neueren historisch kritischen Methoden, der Formgeschichte, der Redaktionsgeschichte und so weiter.
00:50:16: Und hat jetzt... Also ich würde ihn einfach vom Vorwurf ein bisschen in Schutz nehmen wollen, dass er jetzt von sich aus einfach die Geschichtlichkeit biblischer Überlieferungen in Frage gestellt hat.
00:50:37: Er hat da auch ganz viele Forschung aufgegriffen, die in der Zeit einfach virulent waren und ich sage jetzt mal diesen pietistischen oder evangelikalen Impuls nicht verspürt hier sofort apologetisch dahinter zu gehen und zu zeigen, dass es eben doch Gründe gibt.
00:51:04: Dass das genauso passiert ist weil seine sein Verständnis es glaubens daran gerade nicht hängt.
00:51:12: Ja jetzt müssen wir noch mal differenzieren gucken.
00:51:15: also natürlich hast du recht wenn man sich jetzt die Geschichte der sogenannten liberalen Theologie anschaut.
00:51:20: Religionsgeschichte Das war gang und gäbe über bald hundert Jahre schon in einer Tradition aufklärischer Religions- und Bibelkritik die Bibel kritisch zu sehen.
00:51:33: Aber das, was Bultmann macht, geht eben doch noch mal deutlich weiter.
00:51:36: also mit dieser Geschichte der synoptischen Tradition ist er selber der Begründer eines neuen historisch-kritischen Zugangs zur Bibel Und sein Ansatz lebt ganz ausgesprochen davon dass er eben sagt Die historische Frage ist für uns nicht interessant.
00:51:53: Ich gehe noch mal weiter.
00:51:55: Sie darf nicht interessant sein, es gibt eine kleine Schrift von ihm die aber sehr wichtig ist Jesus Christus und die Mythologie wo er sagt, die historische Kritik, die Destruktion, die programmatische Destruction.
00:52:09: Historischer Zuverlässigkeit ist theologisch nötig.
00:52:14: sie isst eine Parallele zu dem was wir bei Martin Luther in der Rechtfertigungslehre finden.
00:52:19: also Martin Luther sagt Der Glaube darf nicht auf Werken ruhen, sondern alleine auf der Gnade der Zuwendung Gottes die ich im Glauben ergreife.
00:52:30: Aber kein Werk!
00:52:32: Und Rudolf Pultmann sagt genauso ist es mit dem Wissen.
00:52:35: Es muss reichen dass ich glaube das ich springe und dass es keinerlei Stützen für den Glauben geht.
00:52:45: Also wenn man diesen Zusammenhang sieht, dann wird das glaube ich schon ziemlich plausibel.
00:52:50: und dass er gerade zu einer Interesse daran hatte ein historisches Fundament für den christlichen Glaubens zu destoieren übrigens mit desastrisen Folgen.
00:53:01: angesichts eines Renommés ist natürlich im allgemeinen Kulturbetrieb das nicht unbekannt geblieben.
00:53:09: Das maßgebende Forscher Exeggäten des neuen Testamentes zu solchen Desastrisenurteilen kam, ja das hat uns in der protestantischen Theologie lange lange beschäftigt und der Prozess der Korrektur ist auch noch nicht ganz abgeschlossen.
00:53:25: Ja Peter... Die Zeit mit dir vergeht wie im Fluge.
00:53:29: Wir sind nämlich auch schon bald wieder dabei, die Stunde vollzumachen und eigentlich haben wir noch gar nicht alles abgedeckt was wir besprechen wollten.
00:53:41: es hat sich mir vorher als du ausgeführt hast wieder die Parallele zur Kritik an den Gottesbeweisen aufgetränkt die bei Heidegger ja auch schon auftaucht, also diese Versuche irgendwie rational oder dann von mir aus auch unter Bezug auf historische Ereignisse quasi die Existenz Gottes zu sichern.
00:54:07: Was dabei herauskommt ist gerade kein Glauben sondern eigentlich ein Hindernistesglaub.
00:54:12: und so das jetzt mit Pultmann.
00:54:15: Du bist aber schon so ansatzweise in deinen Ausführungen vorhin Kritik von Bultmann auch übergegangen und vielleicht drehen wir hier noch oder schlagen hier noch einen Bogen, weil es ja auch gute Gründe gibt.
00:54:36: Bult Mann gerade in an den Stellen, an denen er sich von Heidegger inspirieren lässt und an ihn anschließt kritisch zu hinterfragen.
00:54:48: Und ich könnte jetzt die Folge nicht mit gutem Gewissen abschließen, ohne dir diesen Ball auch noch zuzuspielen.
00:54:57: Wo wird es zu sagen?
00:54:58: Wo hat sich die Beeinflussung Pultmanns durch Heidecker auch problematisch ausgewirkt?
00:55:06: oder wo hat er ihn in einer Weise rezipiert, die eigentlich nach deinem Dafürhalten dem Christlichen Glauben nicht gut getan hat.
00:55:18: Ja, will ich gerne ganz kurz drauf zu sprechen kommen?
00:55:22: Eventuell müsste man dazu auch noch mal irgendwann später bei passender Gelegenheit was sagen.
00:55:28: also ich habe schon gesagt diese überzogene historische Skepsis die auch von althistorikern vom Fach also profanen Althistorikan sehr sehr kritisch gesehen worden ist.
00:55:40: der hat dem Image von Kirche und Theologie nicht gerade gut getan.
00:55:44: Nicht weil das jetzt vielleicht den Glauben an der einen oder anderen Stelle in Anfechtungen hineinbringt, das muss man aushalten.
00:55:52: Sondern weil es schlicht und einfach unwissenschaftlich ist.
00:55:55: Weil uns eben die entsprechenden Fachleute bescheinigt haben so wie ihr das macht geht das eigentlich nicht.
00:56:01: Ich könnte das im Detail begründen fast mich jetzt aber hier aus andern Gründen.
00:56:06: kurz ein zweiter Punkt.
00:56:09: Bultmann hat Recht – das haben wir glaube ich deutlich gemacht in der Kritik an einem vorstellenden, objektivierenden Reden.
00:56:18: Das ist vollkommen richtig!
00:56:20: Aber das bedeutet jetzt nicht umgekehrt dass überhaupt keine Aussagen über Gott mehr möglich sind.
00:56:26: Ich würde da gerne hinweisen kann das auch wirklich wieder nur andreuten Dass das neue Testament eben ein dritten Weg zwischen diesem rein subjektiven ich empfinde das so Und dem reinen Objektiven, es ist an sich so unabhängig von mir.
00:56:43: Sieht nämlich ... das ist die Kategorie des Zeugens.
00:56:46: Ich rede von etwas anderem aber ich tue's als Betroffener und das wovon ich rede is noch mal von mir unterschieden.
00:56:54: Das ist der dritte Punkt der Kritik.
00:56:57: also
00:56:58: was interessiert mich?
00:57:00: irgendein Existenzverständnis dass irgendjemand gehabt hat heute wenn ich in einer existenziellen Notlage bin.
00:57:08: Ich will doch dann auch wissen, warum dieses Existenzverständnis für mich relevant haben soll?
00:57:16: Warum ich mich darauf einlassen
00:57:17: soll?".
00:57:18: Also ein schönes Beispiel wäre diese Wundergeschichte von dem Boot auf dem See genetzerrett.
00:57:25: Jesus schläft im Boot und der Sturm kommt auf Und die Jünger verzweifeln.
00:57:29: das Wasser schwappt hinein äh, gebietet dem Sturm und das Meer ist wieder ruhig.
00:57:38: So.
00:57:38: Wult man sagt, dass es die Art und Weise wie wir uns heute verstehen sollen wenn Jesus im Boot ist dann ist alles gut.
00:57:47: Ja!
00:57:48: Ob das historisch so passiert ist vollkommen egal.
00:57:51: Ich würde im Gegenteil sagen Warum soll ich mich denn riskieren?
00:57:57: Wenn ich keine Gründe dafür habe?
00:57:59: Also hier ist das im Grunde eine Dame ohne Unterleib.
00:58:02: ja Das wäre mein Mein dritter Einwand.
00:58:05: Oder Bultmann sagt, wir können Universalgeschichte gar nicht mehr denken.
00:58:11: Das hängt mit den Katastrophen zusammen.
00:58:13: Ihm zerbricht dieses Konstruktes bleibt nur noch die Existenzgeschichte übrig.
00:58:18: Existenzgeschichte ist zentral sie ist der Zugang zu Universalgeschichten.
00:58:23: aber wenn ich das leugne wer bin ich dann noch?
00:58:26: Also hat die Extenzgeschichte nicht auch nur Sinn in einem größeren Zusammenhang.
00:58:32: Auch da merkt man wieder, dass man auf Kategorien trifft, die bei aller Befreiung des Denkens – alle Befreiungen von metaphysischen Vorgaben – mich wieder erneut einengen, ja?
00:58:46: Ich darf dann auch über Gott nicht universalgeschichtlich denken.
00:58:49: Es gibt keinen jüngsten Tag mehr, es darf auch keine entsprechende Erwartung mehr
00:58:53: geben.".
00:58:53: Da könnte man jetzt gerade so auf Heidegger hinweisen und sagen aber der tut's doch!
00:58:57: Ja, das ist halt lustig.
00:59:00: Im neuen Testament, Bultmann-Witz sieht sich aufs neue Testament und sagt dieses historische Argumentieren, dass is fatal verweist ihn ein anderer Exeget auf ersten Grund der Fünfzehn, wo Paulus auf die Zeugen der Auferstehung hinweist.
00:59:18: Also einen Versuch eben wirklich auch historisch zu argumentieren.
00:59:22: Wir haben uns das nicht eingebildet und da gibt es Leute, die sind ihm
00:59:25: begegnet.".
00:59:26: Und Boltmann sagt ja diese Argumentation des Paulus immerhin einer der Hauptzeugen
00:59:31: ist
00:59:32: buchstäblich Zitat fatal.
00:59:35: Also da merkt man dann auch dass das Ganze ein Stück weit wirklich knirscht.
00:59:43: Mit anderen Worten, um es zusammenzufassen ... Man könnte jetzt sehr viel dazu sagen, müsste's auch tun.
00:59:49: Das Problem besteht darin, dass wult man uns in der Gefolge Heidegers auf der einen Seite von bestimmten Denkstrukturen befreit und sensibilisiert und auf der anderen Seite uns wieder in einem neuen, diesmal existenzial ontologisches Korsett hineinswingt.
01:00:09: da würde ich gerne mit philosophischen Mitteln auch dagegenhalten und sagen, das geht zu weit.
01:00:16: Ja was mir hier besonders gefällt jetzt an deinen Ausführungen ist diese Diese Unterscheidung, die du eingeführt hast oder diese Einsicht, dass es auf weiten Strecken auch der biblischen Geschichten quasi einen dritten Weg gibt zwischen einer verobjektivierenden, systematisierenden distanzierenden Rede von Gott.
01:00:43: Das hast du ja selber auch angedeutet, die sich auch biblisch-theologisch nicht nahelegt oder die sogar biblischelogisch als Irrweg oder als Bemächtigung Gottes durch den Menschen kritisiert werden kann.
01:01:02: dann auch nicht bedeutet im Umkehrschluss, dass man von Gott überhaupt gar nicht mehr angemessen sprechen kann oder über ihn gar nichts mehr wissen kann und eigentlich in einem Akt des völlig blinden Glaubens einfach über die Klippe springt.
01:01:20: Sondern das ist eine Art ... Wie hast du es genannt?
01:01:23: Einen dritten oder mittleren oder von mir aus auch alternativen Weg gibt derüber die Zeugenschaft läuft, der über Menschen läuft.
01:01:37: Die Gotteserfahrungen gemacht haben, Gottesbegegnungen gemacht und davon als Betroffene sprechen.
01:01:45: Für mich wäre hier der Begriff der Offenbarung auch ein biblisch-theologischer Begriff.
01:01:51: aber das wäre für mich auch hilfreich in dem Sinne dass ich natürlich nicht einfach Kraft meines Verstandes oder Kraft meiner historischen Rekonstruktionen jetzt Rückschlüsse auf Gott und Gottes Wesen ziehen kann, oder gesicherte objektive Aussagen über Gott machen kann.
01:02:15: Aber das ist doch in den biblischen Erzählungen, dass diese diese Überzeugung immer wiederkehrt oder diese Erfahrung wiederkehr, dass Gott sich dem Menschen erschließ.
01:02:29: Also nicht das ich mich Gottes ermächtige Kraft meines Verstandes und meiner Gottesbeweise oder was auch immer aber das Gott sich mir erschließt und dass ich dann aber durchaus auch etwas über ihn sagen kann.
01:02:46: Etwas Unanfechtbares und unbezweifelbares, unfählbares aber doch etwas über ihn, etwas Legitimes über ihm sagen kann als persönlich Betroffener als jemand dem sich die Wirklichkeit Gottes in irgendeiner Art und Weise erschlossen hat.
01:03:10: Und ich finde diese Art von Rede auch über Gott sollte nicht unter dieses Pauschalurteil fallen, dass Bultmann in seinem berühmten Aufsatz ausspricht quasi.
01:03:27: Man kann eigentlich gar nicht über Gott reden.
01:03:31: Ja, nicht als jemand der sich außerhalb Gottes stellt aber als jemand, der von Gott selbst berührt.
01:03:39: eingenommen wurde diese Paulinische Selbstkorrektur die du auch gerne zitierst Wenn Paulis sagt, jetzt wo wir Gott erkannt haben und sich dann selber korrigiert und sagt oder vielmehr Wir von Gott erkannt wurden das ist doch diese entscheidende Figur.
01:04:02: Ja sehr schön!
01:04:03: Das bringt es wirklich nochmal auf den Punkt.
01:04:07: Es geht nicht tatsächlich nicht um ein Beweis Gottes Aber wir können Hinweiser sein auf eine Wirklichkeit weisen, die wir nicht verfügbar haben.
01:04:19: Ich kann ihn nicht
01:04:20: beweisen.".
01:04:22: Das ist richtig!
01:04:23: Aber das bedeutet nicht, dass die Wirklichheit Gottes mit meiner Existenz zusammenfällt, sondern ich weise über mich hinaus auf etwas andere, auf jemanden, auf einer Wirklichkeit, die jemand anders selber aufsuchen muss wenn er wissen will wie bin ich denn da dran?
01:04:39: Ja, das ist etwas anderes.
01:04:40: oder wollt man ist im Grunde auch neu kanthianisch geprägt.
01:04:46: Das hängt mit seinen liberaltheologischen Wurzeln zusammen und natürlich kann ich Gott nicht wissen, das ist absolut richtig.
01:04:57: aber es gibt ein begründetes Hoffen und auch hier an dieser Stelle müssen wir glaube ich neue bipesteologisch denken lernen.
01:05:05: Es geht nicht um Sekuritas um eine sichere Sicherheit, die mich gerade davon befreit, mich auf Gott verlassen zu müssen.
01:05:14: Aber es geht doch darum ... dass ich wahrnehmen kann, vor mir hat es eine Wolke von Zeugen gegeben, um's mal vorm auszudecken.
01:05:23: Die hat Erfahrung mit diesem Gott gemacht und die ermutigen mich, mich auch auf diesen Gott weiter einzulassen bei aller Ungewissheit, die damit eben verbunden ist.
01:05:33: Glaube ist nicht grundlos?
01:05:37: Ja.
01:05:37: Peter, vielen Dank für diese Ausführungen.
01:05:41: auch zum Schluss noch und überhaupt für diese Trilogie zu Heidecker in der du uns ins Leben und Denken dieses bemerkenswerten und auch mit Schattenseiten und ambivalenzenbehafteten Denkers mitgenommen hast.
01:06:00: Und jetzt auch in dieser letzten Folge nochmal von seiner Religionsphilosophie aus auf den theologischen Einfluss zu sprechen gekommen bist, den Heidegger gerade auf die protestantische Theologie ausgeübt hat.
01:06:18: Es gäbe noch vieles zu sagen aber ich würde sagen an der Stelle schließen wir diese Folge ab und ermutigen unsere Hörerinnen und Hörern sich doch auf diesen durchaus sperrigen Denker auch einmal einzulassen.
01:06:35: Peter Vielen Dank für diese Folge und dieses Gespräch.
01:06:39: Und dann geht's wieder weiter, wir sind ja immer noch nicht in der Gegenwart angelangt.
01:06:48: also liebe Hörerinnen und Hörern es ist noch nicht aus mit Mindmaps in der Philosophie-Geschichtlichen Reihe.
01:06:56: Tschüss!
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