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Gehört Gott in die Wissenschaft? (Aristoteles, Teil 2)

Gehört Gott in die Wissenschaft? (Aristoteles, Teil 2)

48m 25s

In einer durchschnittlichen Buchhandlung findet sich religiöse Literatur meistens irgendwo zwischen Lebenshilfe und Esoterik. Die Bibliothek des Aristoteles ordnet die theologischen Bücher hingegen gleich nach den Büchern zur Physik ein, d.h. nach den naturwissenschaftlichen Betrachtungen (daher kommt auch der Begriff «Meta-Physik» = «nach der Physik»).
Das eine ist für Aristoteles ohne das andere nicht denkbar: Was wir um uns empirisch beobachten und systematisch einordnen, geht auf das «unbewegte Bewegende» zurück. Thomas von Aquin hat aus diesem Zusammenhang dann den «kosmologischen Gottesbeweis» entwickelt: Das Dasein dieser bewegten, veränderlichen Welt verdankt sich einem unbewegten, unveränderlichen Gott.
Das überzeugt in einer säkularisierten, postchristlichen...

Wer darf die Wirklichkeit einteilen? (Aristoteles, Teil 1)

Wer darf die Wirklichkeit einteilen? (Aristoteles, Teil 1)

46m 10s

Die Welt erschließt sich uns ganz wesentlich durch Unterscheidungen, die wir vornehmen. Wir halten Pflanzen, Tiere und Pilze auseinander. Und wir unterteilen diese wiederum in Gattungen und Arten.
Aristoteles, der bedeutendste unter den Schülern Platons, war ein Empiriker und Systematiker, der mit Eifer alles gesammelt und geordnet hat, was ihm zwischen die Finger kam. Bei ihm gibt es nicht wie bei Platon eine essenzielle «Hinterwelt» – das Wesen der Dinge steckt für Aristoteles in den Dingen selbst. So erkundet er die Wirklichkeit, indem er sie einteilt und in Kategorien fasst.
Gerade in einer naturwissenschaftlich geprägten Gegenwart erscheint uns das sehr...

Ist Platon unser Kirchenvater? (Platon, Teil 3)

Ist Platon unser Kirchenvater? (Platon, Teil 3)

51m 9s

Platon hat mit seinen Fragestellungen und Lösungsversuchen die Kirche geprägt wie kein anderer Philosoph. Manche sagen, er hätte das Christentum vorbereitet – andere behaupten, er hätte es verdorben. Die Verschmelzung von (Neu-)Platonismus und Christentum wurde auch als «Geburtsfehler» dieser Religion bezeichnet.
Die Geringschätzung des Irdischen, die Leibfeindlichkeit, die Verjenseitigung der christlichen Hoffnung und vieles mehr wird dem langen Schatten des griechischen Philosophen angelastet. Vor allem aber wirkt Platons Wahrheitsanspruch im Christentum nach: Das Erkenntnisprivileg, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, bestimmt das Selbstverständnis des christlichen Glaubens auf weiten Strecken.
Peter hegt in dieser Folge die Vermutung, dass...

Gibt es ein Wesen der Dinge? (Platon, Teil 2)

Gibt es ein Wesen der Dinge? (Platon, Teil 2)

50m 20s

Nach islamistischen Anschlägen gehört es zum guten Ton, klarzustellen, dass das mit dem «wahren» Islam natürlich nichts zu tun hat. Manche Christen wiederum sind überzeugt, dass weite Teile der Kirche das «wahre» Evangelium verfehlen. Und in den Gender-Debatten jüngerer Zeit wird die Frage diskutiert, was «den» Mann oder «die» Frau «eigentlich» auszeichnet.
Manuel spricht in dieser Folge mit Peter über die Idee einer Wesensschau, die auf Platon zurückgeht – die Überzeugung also, dass es eine Essenz z.B. des Islam, des Christentums, der Geschlechter gibt. Platon geht davon aus, dass sich im philosophischen Dialog die «Sache an sich» freilegt – oder...

Zeigt sich die Wahrheit im Gespräch? (Platon, Teil 1)

Zeigt sich die Wahrheit im Gespräch? (Platon, Teil 1)

47m 25s

An ihm führt kein Weg vorbei. Manche sagen sogar, die ganze weitere Philosophiegeschichte sei eigentlich nur eine Ansammlung von Fußnoten zu seinem Werk: Platon.
Sein Denken begegnet uns fast ausschließlich in der Form von Dialogen. Und gerade hier setzen Peter und Manuel in dieser Folge an. Unsere Zeit liebt Meinungsaustausch, Mitspracherecht, Diskussionen – das zeigt sich am interreligiösen Dialog der vergangenen Jahre, an vielen TV-Formaten und nicht zuletzt an der Popularität von Podcasts.
Platon war offenbar überzeugt, dass Gesprächspartner auf einem gemeinsamen Entdeckungsweg von Scheinwissen befreit und von der Wahrheit gefunden werden. Ist das so? Oder bleibt alles im Subjektiven...

Besteht alles nur aus Materie? (Demokrit)

Besteht alles nur aus Materie? (Demokrit)

36m 57s

In den vergangenen beiden Jahrzehnten hat der Atheismus neuen Mut gefasst (nicht zuletzt durch den Bestseller von Richard Dawkins). Er verbindet sich gerne mit einer naturalistischen Weltanschauung, die nur das als «wirklich» anerkennt, was sich naturwissenschaftlich nachweisen lässt. Peter und Manuel machen sich in dieser Folge auf die Spur des Philosophen Demokrit (470–400 v.Chr.), der schon in der Antike sagen konnte: «In Wirklichkeit gibt es nur Atome und Leeres». Was aber ist dann mit unserem Bewusstsein? Oder mit dem, was wir Seele und Geist nennen? Und was ist mit Gott?

Gibt es verschiedene Wahrheiten? (Parmenides)

Gibt es verschiedene Wahrheiten? (Parmenides)

43m 9s

«Jeder hat seine eigene Wahrheit», kann man in postmodernen Zeiten oft hören. Die Rede von «alternativen Fakten» unter der Präsidentschaft Donald Trumps hat dann aber doch einige Empörung ausgelöst. Wo kommen wir denn hin, wenn es keine verbindliche Grundlage für unsere Behauptungen mehr gibt? Eben diese Fragen stehen im Zentrum der heutigen Diskussion um den Philosophen Parmenides (515–455 v.Chr.), der wohl als erster darauf bestanden hat, dass es nur eine (Singular!) Wahrheit geben darf. Ist das eine zwingende Voraussetzung für ein vernünftiges Zusammenleben von Menschen? Und was bedeutet es für den christlichen Glauben, der bekanntlich einen sog. «Absolutheitsanspruch» auf Wahrheit...

Ist Gott nur eine Projektion? (Xenophanes)

Ist Gott nur eine Projektion? (Xenophanes)

38m 8s

Heute geht’s auch theologisch richtig zur Sache. Peter und Manuel sprechen über Xenophanes (580– ca 500 v.Chr.) und seine berühmte Kritik an menschengestaltigen Gottesvorstellungen. Der Aufklärungsphilosoph Ludwig Feuerbach hat sie dann zugespitzt und auf die Formel gebracht: «Nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, sondern der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde». Was ist an der Kritik dran – und was heißt das für eine Religion wie das Christentum, in der Gott nicht nur in menschlicher Weise beschrieben wird, sondern als Mensch unter uns kommt? Läuft der christliche Glaube der Kritik des Xenophanes nicht direkt ins Messer?

Macht das Universum Sinn? (Pythagoras)

Macht das Universum Sinn? (Pythagoras)

46m 13s

Die Anfänge philosophischen Denkens liegen weit zurück. Sie sprechen aber mitten in unsere Zeit hinein. Wir beginnen unsere Reihe bei den sogenannten «Vorsokratikern», konkret beim griechischen Philosophen Pythagoras (570–510 v.Chr.). Sein Name erinnert viele den «Satz des Pythagoras» aus der Schulzeit. Er war aber nicht nur mit Dreiecken beschäftigt, sondern der viel tiefergehenden Frage nach der Vernünftigkeit des Universums: Ist es nicht erstaunlich, dass unsere Welt eine berechenbare Struktur aufweist? Pythagoras ist fasziniert von der Zahl und erkennt in der Ordnung unserer Welt die Spuren Gottes. Warum aber haben sich dann Naturwissenschaften und Glaube in der Neuzeit eher voneinander weg...

Wozu um Gottes Willen Philosophie? (Einleitung)

Wozu um Gottes Willen Philosophie? (Einleitung)

39m 41s

Sind philosophische Diskussionen nicht das allerletzte, was wir in Zeiten von Pandemien, humanitären Katastrophen und ökologischen Bedrohungen brauchen? In dieser ersten Folge von «mindmaps» sprechen Peter und Manuel über die Unausweichlichkeit philosophischen Denkens. Und über die Chancen einer bewussten Auseinandersetzung mit den tiefsten Fragen des Lebens. Denn der Mensch wird diese Fragen nicht los: Er sucht und braucht Orientierung – und das gilt ganz besonders in krisenhaften Zeiten und Umbrüchen.
Was ist der Sinn meiner Existenz? Wodurch zeichnet sich ein gutes Leben aus? Woher kommen wir, und wohin gehen wir? Gibt es Gott – und kann man ihn kennen?
Wer...