Alle Episoden

Thomas von Aquin: Braucht jede Zeit ihre eigenen Gottesbeweise?

Thomas von Aquin: Braucht jede Zeit ihre eigenen Gottesbeweise?

60m 33s

Thomas von Aquin gilt nicht nur als wichtigster Theologe seit Augustin, sondern auch philosophisch als einer der bedeutendsten Denker des Mittelalters. Thomas ist ein Modernisierer, der viel Widerstand weckt und sogar als Irrlehrer verurteilt wird, aber schon wenige Jahrzehnte nach seinem Tod von Papst Johannes XXII heiliggesprochen wird. Er tritt als junger Mann in einen Bettelorden ein und kämpft für eine Reform der Kirche.
In dieser Folge von «mindmaps» kommen wir dem umfassenden Werk von Thomas auf die Spur. Peter zeigt, wie innovativ dieser versucht, die etablierte scholastische Philosophie, welche wesentlich platonisch geprägt war, mit der Philosophie des Aristoteles zu...

Anselm von Canterbury: Lässt sich Gottes Existenz beweisen?

Anselm von Canterbury: Lässt sich Gottes Existenz beweisen?

57m 37s

Diese Folge taucht in die Beschäftigung mit den zentralen Figuren mittelalterlicher Philosophie ein – und nimmt sich den Vater der «scholastischen Theologie» vor: Anselm von Canterbury. Theologisch ist er besonders bekannt durch die sogenannte Satisfaktionslehre, einen anspruchsvollen und umstrittenen Versuch, die Notwendigkeit des Kreuzestodes Jesu zu erklären.
Uns interessiert hier aber vielmehr das Bemühen Anselms, den christlichen Gottesglauben überhaupt in den Herausforderungen seiner Zeit zu verteidigen – und namentlich sein Versuch, die Existenz Gottes mit rationalen Mitteln nachzuweisen (man spricht dabei vom «ontologischen Gottesbeweis»). Im Zuge seiner Argumentation wird Gott als derjenige bestimmt, «über den hinaus nichts Grösseres gedacht werden...

Mittelalterliche Philosophie: Was gibt es im finsteren Mittelalter zu holen?

Mittelalterliche Philosophie: Was gibt es im finsteren Mittelalter zu holen?

55m 3s

Wir steigen in eine neue Staffel von «mindmaps» ein – und müssen dafür vielleicht ein bisschen mehr werben als sonst. Denn es geht in den nächsten Folgen um die Philosophie des Mittelalters. Diese Epoche hat einen denkbar schlechten Ruf. Man spricht gerne vom «finsteren Mittelalter», denkt an Kreuzzüge und Hexenverbrennungen und kann sich schlecht vorstellen, dass es von dieser Zeit irgendetwas zu lernen gibt.
In dieser Einführungsfolge fragen wir darum zuerst nach den ideologischen Vorurteilen, die hinter der Einteilung der Geschichte und ihren Epochennamen stehen. Und dann zeigt Peter auf, wie bunt und dynamisch das Mittelalter war, und wie ernsthaft...

Special: Gibt es eine universale Moral? (Teil 2)

Special: Gibt es eine universale Moral? (Teil 2)

45m 6s

In diesem zweiten Teil des «mindmaps»-Specials zur Frage der Moralbegründung kommt zuerst der Shootingstar der deutschen Philosophieszene, Markus Gabriel, ausführlich zu Wort. Er vertritt ausgesprochen vollmundig einen «Moralischen Realismus» und ist überzeugt, dass die grundlegenden moralischen Werte, welche wir für tägliche Entscheidungen und das Zusammenleben der Menschen benötigen, völlig offensichtlich sind.
Im Gespräch von Manuel und Peter wird deutlich, wie dünn das Eis unter solchen Behauptungen ist – und wie stark sie von einem eurozentrischen, imperialistischen Impuls getragen sind, der einer kritischen Überprüfung nicht standhält. Es gibt eben – man könnte seufzend anfügen: leider! – keine universalen moralischen Gesetze, welche...

Special: Gibt es eine universale Moral? (Teil 1)

Special: Gibt es eine universale Moral? (Teil 1)

53m 7s

Wir legen nochmal einen oben drauf – oder sogar zwei: In diesem angeregten Gespräch gehen Manuel und Peter der Frage nach, ob und wie sich moralische Werte begründen lassen.
Was nach einer philosophischen Spezialdiskussion klingt, ist in Wirklichkeit eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Spätestens der Ukrainekrieg hat uns vor Augen geführt, wie unterschiedlich moralische Intuitionen und Prinzipien sein können – und wie fundamental sich sogar Menschen, welche dieselben Ziele verfolgen (etwa den Frieden zwischen zwei Nationen) im Blick auf die Mittel sein können, mit denen diese Ziele verfolgt werden (etwa gewaltloser Widerstand versus militärische Gegenwehr…).
Diese Folge beschäftigt sich...

Sind Hedonisten noch zu retten? (Nachtrag zum Epikureismus)

Sind Hedonisten noch zu retten? (Nachtrag zum Epikureismus)

32m 10s

Vor kurzem haben wir den Epikureismus als prakti-sche Philosophie des Lebensglücks kennen gelernt. Maximierung der Lust und Minimierung des Schmerzes – das sind die beiden Leitsterne dieser Lebenshaltung. In der Diskussion hat diese Strö-mung der römischen Philosophie ziemlich schlecht abgeschnitten.
In der heutigen Folge nehmen wir diesen Faden noch einmal auf. Und diesmal bricht Peter eine Lanze für ein Leben, das Genießen gelernt hat – und er zeigt auf, woher die tiefsitzende Verdächtigung leiblicher Genüsse im Christentum herkommt.
Dabei kommen Manuel und Peter auch auf das ge-sellschaftliche Milieu der sogenannten «Konsumhe-donisten» zu sprechen, welche die Kirche als ultima-tive Spaßbremse wahrnehmen....

Leben wir für Lust und Glück? (Epikureismus)

Leben wir für Lust und Glück? (Epikureismus)

46m 48s

Epikur ist als Vordenker heutiger Hedonisten in Erinnerung geblieben. YOLO! («You Only Live Once») – darum gib dein Geld heute aus, suche den sofortigen Kick und lebe als gäbe es kein Morgen!
Tatsächlich hat sich Epikur aber für ein ausgeglichenes Leben und die Zügelung der Begierden ausgesprochen. Es ging ihm um einen reflektierten und nachhaltigen Umgang mit dem, was uns glücklich macht. Das schließt die Pflege der Tugenden und die Wertschätzung der Mitmenschen ausdrücklich mit ein – immer aber als ein Mittel zum Zweck, als ein Weg zur Verwirklichung der eigenen Glückseligkeit.
Manuel spricht mit Peter über die Vorzüge und...

Ist Ausgeglichenheit das Lebensideal? (Stoizismus)

Ist Ausgeglichenheit das Lebensideal? (Stoizismus)

51m 20s

Die stoische Philosophie erlebt gerade eine bemerkenswerte Renaissance. Sie wird als Anleitung zur Gelassenheit in Zeiten der Unruhe und Unsicherheit neu entdeckt. Ist das die Lebensweisheit, die wir in Zeiten der Pandemiekrise, der Klimakatastrophe und der globalen Umbrüche dringend nötig haben?
Nach einer kurzen Vorstellung dreier Phasen und wichtiger Vertreter des Stoizismus weist Peter das Streben nach Gelassenheit und Gleichgewicht als zentrales Anliegen stoischer Philosophie nach. Mit Manuel bespricht er dann die wesentlichen Unter-schiede zwischen dem Epikureismus und dem Stoizismus (deren Vertreter haben sich nämlich zuweilen bitter bekämpft). Es wird deutlich, wie sehr die Stoa von einer Ordnung der Welt...

War die Zeit reif für das Christentum? (Römische Philosophie)

War die Zeit reif für das Christentum? (Römische Philosophie)

46m 29s

Mit dieser Folge steigen wir in die Zeit der römischen Philosophie ein. Sie steht oft im Schatten der großen Griechen (Platon und Aristoteles), hat aber gerade als Philosophie der Krise vieles zu bieten.
In den Jahrhunderten um die Zeitenwende zerbrechen für die Bewohner des römischen Reiches viele Gewissheiten. Die Kultur der Kaiserzeit befand sich in einem desolaten Zustand, das Zutrauen zu den alten Religionen schwand, und die zunehmende Globalisierung führte zum Miteinander und Durcheinander zahlreicher philosophischer und religiöser Geltungsansprüche.
Peter gibt hier zunächst eine kurze Einführung in die wichtigsten Strömungen und Merkmale römischer Philosophie, um dann mit Manuel die Frage...

Ist Gott der unbewegte Beweger? (Aristoteles, Teil 3)

Ist Gott der unbewegte Beweger? (Aristoteles, Teil 3)

43m 22s

Das Kreuz Christi ist ein zutiefst verstörendes Symbol, eine Beleidigung des modernen ästhetischen Empfindens, ja eine ganz fürchterliche Gottesvorstellung. Diese und ähnliche Kritik konnte man in diversen Streitigkeiten um öffentliche Kruzifixe immer wieder hören. Sie hat ihre Berechtigung – und sie zehrt auch von einer tiefsitzenden Grundüberzeugung, dass ein anständiger Gott nicht leidet oder stirbt.
Manuel diskutiert in dieser Folge mit Peter über den weitreichenden Einfluss, den Aristoteles gerade in dieser Hinsicht auf die Theologie und Kirche ausgeübt hat: Seine Überzeugung von der absoluten Leidensunfähigkeit Gottes (Apathieaxiom) wirkt in breiten Teilen des Christentums bis heute nach. Natürlich hat sie aber...